Etappen

1. 09.05.2010
Fulda - Thalau
2. 10.05.2010
Thalau - Frauenroth

 

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14. Böhmenkirch - Lonsee

Rapsfeld in Lonsee Samstag, 22. Mai 2010

30 km / 8 h
Böhmenkirch – Gussenstadt – Sontbergen – Zähringen - Ettlenschiess – Lonsee
Heute starte ich nach einem, wie schon üblich in Deutschland, reichhaltigem Frühstück um viertel nach acht Uhr auf die Etappe. Die Kirche gleich neben dem Gasthaus Lamm ist geschlossen. Der Himmel ist zwar noch bedeckt, aber die Wolkendecke ist hoch. Es ist trocken und warm, und die Wolken scheinen sich langsam aufzulösen. Ich wandere zügig und voll motiviert Richtung Gussenstadt. Nach ein paar Kilometern setzt sich die Sonne endgültig durch, und es wird heiss. Kurzer Stopp, Langarmhemd ausziehen, die Beine der Hosen abnehmen, Sonnencreme einschmieren und Käppi aufsetzen. Sommerlich geht’s weiter. Auch die Kirche in Gussenstadt ist geschlossen. Und überhaupt, Gussenstadt ist eher ein kleines Bauerndorf als eine Stadt!
Ich wandere zügig weiter und siehe da, ein Pilger am Horizont! Ich beschleunige mein Tempo, weil ich ihn gerne einholen und mit ihm schwatzen möchte. Ich komme ganz langsam, kontinuierlich näher. Es dauert aber fünf Kilometer bis ich ihn eingeholt habe. Ich frage ihn, woher er kommt und wohin er geht und so kommen wir ins Gespräch. Wir wandern gemeinsam weiter. Der Pilger heisst Joachim, ist schätzungsweise sechzig Jahre alt und wohnt in Stuttgart. Er trägt nur einen kleinen Rucksack und ist nur tageweise unterwegs. Die heutige Etappe ist die gleiche wie meine. In Lonsee wird er dann mit dem Zug wieder heim fahren. Joachim war schon oft auf dem Jakobsweg, so auch kürzlich von Lyon bis Condom. Dort hatte er Probleme mit dem Fuss und musste leider abbrechen. Wir marschieren nun zusammen bis etwa um halb ein Uhr, wo wir an einem Bank mit Tisch bei der Ruine Distelhof vorbeikommen. Hier beschliesse ich einen Mittagsrast einzulegen. Joachim möchte weiter, damit er um sechzehn Uhr den Zug in Lonsee erwischt. Er verabschiedet sich von mir, und wir wünschen uns gegenseitig einen guten Weg.
Ich geniesse das sommerliche Wetter und die Ruhe in der idyllischen Natur. Nach gut einer halben Stunde pilgere ich etwas gemütlicher weiter, denn ich bin gut in der Zeit und möchte die schönen Wege und die herrliche Alb endlich einmal bei schönem Wetter geniessen. Etwas nach vier Uhr erreiche ich Lonsee. Der Weg hat heute wieder einige Umwege gemacht. So ungefähr ein S zwischen Gussenstadt und Lonsee. Aber dieser Umweg hat sich gelohnt. Die Waldpfade sind wegen den vielen Schlechtwettertagen bis gestern immer noch matschig gewesen. Lonsee ist ein kleiner, schmucker Ort mit vielen Neubauten und Einfamilien-Siedlung. Aber die Restaurants oder Gaststätte sind hier etwas vergammelt und passen gar nicht in dieses Ortsbild. Einen See habe ich auch keinen gesehen, aber es soll einen kleinen geben. Als Übernachtung habe ich eine wunderschöne Ferienwohnung gefunden. Nun sitze ich draussen auf dem Balkonbei einem wohlverdienten Bier. Die Vermieterin fährt mich mit dem Auto um sechs Uhr in den Nachbarort zu ein Restaurant fürs Nachtessen. Das Nachtessen im Landgasthof ist deftig und schmeckt ausgezeichnet, eine Ochsenkotelette mit Pommes und Salat. Nach dem Essen fühle ich mich sogar fit, den Weg von etwa drei Kilometern bis zur Ferienwohnung zu Fuss zurückzulegen. Nun sehe ich mir noch den Championsleague Final Inter Mailand gegen Bayern München an. Inter gewinnt zwei zu null. Jetzt aber husch ins Bett, morgen wird’s streng!