Etappen

1. 09.05.2010
Fulda - Thalau
2. 10.05.2010
Thalau - Frauenroth

 

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15. Lonsee - Ulm

Ulmer Münster Sonntag, 23. Mai 2010

31 km / 9 h
Lonsee – Scharenstetten – Temmenhausen – Mähringen – Ulm
Heute ist Pfingstsonntag. Weil es in der Wohnung kein Frühstück gibt, gehe ich ins örtliche Bistro. Dieses ist ein neues, modernes Lokal mit Bäckerei. Vor mir kauft ein junger Mann fast den halben Laden leer. Was macht der wohl mit den über 40 Brötchen von verschiedenen Sorten? Das Frühstücksbüffet gibt es erst ab neun Uhr, und das ist mir zu spät. So erhalte ich einen Kaffee mit zwei Brötchen, Butter und Konfi. Bevor ich das Bistro verlasse, kaufe ich noch zwei Brötchen und einen Liter Mineral als Proviant. Dann steige ich vom Lontal hoch auf die Ebene Richtung Süden. Das Wetter ist schön und heiss. Ab und zu kühlt eine vorbeiziehende Wolke etwas ab. Die Wanderung bis Temmenhausen verläuft planmässig, teils auf sehr schönen Wegen, teils auf Asphalt. Nun verläuft der Weg entlang der Autobahn und dann folgt eine schöne Waldpartie. Nach einer längeren Strecke durch den Wald soll ich auf eine Asphaltstrasse stossen, dort rechts gehen und 200 Meter später links in einen Feldweg abbiegen. Dieser Beschreibung folge ich genau und lande nach gut eineinhalb Kilometern in Weidach. Und das ist definitiv falsch! Soll ich nun zurück gehen, oder irgendwie querfeldein auf den richtigen Weg zurück? Gemäss meiner bescheidenen Karte im Führer scheint da eine unwegsame Schlucht zu sein. Also beschliesse ich, leider zurückzugehen. Nach gut zwanzig Minuten bin ich dann wieder dort, wo ich auf die Asphaltstrasse eingebogen war. Ich wandere ein Stück der Strasse abwärts und plötzlich sehe ich wieder eine Jakobsmuschel am Baum. Jetzt folgt erst der Feldweg und führt durch ein langes und sehr romantisches Tal. Hier scheint ein Naherholungsgebiet von Ulm zu sein, denn es begegnen mir sehr viele Radfahrer, Familien mit Kinderwagen, Wandergruppen und einzelne Personen. Ein paar Kilometer später führt der Weg bergan aus dem Tal. Es ist heiss und schweissgebadet erreiche ich die Höhe und wandere nun weiter nach Mähringen, einen Stadtteil von Ulm. Dieser Ort ist aber gar nicht verbunden mit der Stadt. Da liegt noch ein ganzes grünes Tal und der Eselsberg mit der Universität dazwischen. Irgendwie verpasse ich wieder einmal ein Muschelzeichen und wandere viel zu weit östlich zum Talgrund hinunter. Auf der Gegenseite steige ich bis zum Berliner Ring hoch und erreiche schliesslich die Universitätsklinik. Nun durchschreite ich das riesige Gelände und treffe nach einem grossen Umweg tatsächlich wieder auf den Jakobsweg. Jetzt habe ich eine prächtige Aussicht auf die Stadt Ulm mit dem markanten Münster und dessen mit 161 Metern grösster Kirchturm der Welt. Noch fünf staubige Kilometer durch die glühenden Strassen von Ulm bis in die Innenstadt. Am liebsten würde ich jetzt ein Taxi nehmen, aber das lässt mein Stolz nicht zu und ich quäle mich zu Fuss weiter. Sehr müde nach einer strengen Etappe mit einigen Umwegen finde ich zum Glück das vor zwei Tagen reservierte Hotel Roter Löwe in der Ulmergasse auf Anhieb. Das mühsame Suchen nach einem Hotelzimmer bleibt mir heute erspart. Das Hotelzimmer ist natürlich das Beste, welches ich bis jetzt hatte. Aber auch das Teuerste. Das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmt jedoch sehr gut! Schade nur, dass das dazugehörende Restaurant über die Pfingsttage geschlossen ist, denn auch das sieht super aus. Nach dem Duschen und Waschen gehe ich mit meinen müden Beinen nicht mehr weit. In der Umgebung sind viele Lokale geschlossen, aber eine Pizzeria ist offen. Ich bestelle dort einen feinen Ruccola Salat mit Parmesan und eine Pizza mit Schinken und Pilzen, dazu einen roten Chianti. Den Abend lasse ich bei einem dunklen Hefeweizen in einem Biergarten ausklingen.