Etappen

21. 29.05.2010
Markdorf - Konstanz

 

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9. Rothenburg ob der Tauber - Wallhausen

Felder bei Reubach Montag, 17. Mai 2010

29 km / 8 h
Rothenburg ob der Tauber – Bettenfeld – Hausen am Bach – Reubach – Wallhausen
Weil die Jakobskirche erst um neun Uhr öffnet, macht es keinen Sinn, vor acht Uhr zu frühstücken. Also kann ich ein wenig ausschlafen. Das Frühstück im Gasthof Zum Schmölzer ist fein und reichhaltig. Nun spaziere ich mit dem ganzen Gepäck zur Jakobskirche und warte dort bis sie pünktlich um neun Uhr öffnet. Warum man für diese Kirche zwei Euro fünfzig Eintritt verlangt, ist mir ein Rätsel. Vielleicht brauchen sie das Geld für die riesige Renovation, die schon seit Jahren im Gange ist. Jedenfalls habe ich als Jakobspilger freien Eintritt und erhalte ausserdem noch einen Stempel. Nach kurzem Rundgang in der Kirche wandere ich Richtung Stadtauswärts. Es hat zwar sehr viele Läden hier, vom Zuckerbäcker bis zu Handwerker Artikeln und Souvenirläden alles, aber keinen richtigen Lebensmittelladen. Vielleicht ausserhalb der Stadtmauern? Gemäss Beschreibung muss ich an die Tauber runter, also verlasse ich Rothenburg durch ein Tor ganz unten. Es ist das falsche Tor, und Häuser hat es da keine mehr, schon gar nicht einen Lebensmittelladen. Also habe ich wieder einmal nichts zum Essen für Unterwegs oder ich gehe zurück in die Stadt hoch. Ich beschliesse aber auf einem Fussweg aussen der Mauern entlang wieder zum richtigen Weg zu gehen.
Jetzt geht’s steil zur Tauber runter und kurze Zeit später durch das romantische Seitental der Schandtauber. Die Landschaft steht im krassen Gegensatz zur Stadt. Da ist niemand mehr! Keine Japaner, keine Chinesen, keine Amis, keine gar niemand mehr, ausser einem einsamen Pilger, meiner Wenigkeit. Dabei ist es hier so schön.. Ebenso schön wie gestern das Steinbachtal nördlich von Rothenburg. So wunderschön und keiner geht hin! Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass die Natur hier noch in Takt ist. Bis Bettenfeld ist der Weg mega, kein Meter Asphalt! Und eine wunderbare Landschaft. Da ich immer noch keinen Picknick habe, lasse ich mir im Restaurant Grüner Baum in Bettenfeld zwei Eingeklemmte machen, je eines mit Rohschinken und mit Käse. Ich trinke noch einen halben Liter Mineral und nehme noch einen Liter mit auf den Weg. Kurz nach Ortsausgang verlasse ich den Freistaat Bayern und betrete das Bundesland Baden-Württemberg. Von Bettenfeld bis Wallhausen wechseln sich Asphaltstrassen und schöne Wald- und Wiesenpfade ab. Das Wetter ist deutlich besser als die letzten Tage. Vor allem am Morgen scheint die Sonne am blauen Himmel. Zwischendurch bläst ein starker, kühler Wind. Und später im Verlaufe des Tages kommen vermehrt Wolken auf und es gibt sogar ein paar Tropfen Regen.. Der Regen ist aber so schwach, dass ich auf einen Regenschutz verzichte und trotzdem nicht richtig nass werde. Der pfiffige Wind verbläst zum Glück auch diese Wolken. Die letzten Kilometer auf Asphaltstrassen auf und ab sind sehr anstrengend, ja sogar qualvoll. Ich bin sehr froh, dass ich hier in Wallhausen auf Anhieb ein Zimmer erhalte.