Etappen

21. 29.05.2010
Markdorf - Konstanz

 

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11. Crailsheim Altenmünster - Hohenberg

Altar von Sieger Köder in der Kirche in Rosenberg Mittwoch, 19. Mai 2010

27 km / 7 h
Crailsheim Altenmünster – Burgberg – Oberspeltbach – Mainkling – Rosenberg - Hohenberg
Das Frühstück heute ist ausgezeichnet, eines der Besseren! Als ich die nette, alte Wirtin nach dem Wetter für heute frage, bekomme ich keine Antwort. Jedenfalls sie sagt, sie wisse es nicht, was ich ihr eigentlich nicht glaube. Ich erahne nichts Gutes! Die kurze Etappe gestern und die damit verbundene längere Erholungszeit hat sich sehr positiv für mich ausgewirkt. Jedenfalls fühle ich mich frisch und voller Tatendrang. Etwa um halb neun Uhr stürze ich mich auf mein heutiges Abenteuer. Ich wandere in Richtung Burgberg. Auf dem Burgberg hat es keine Burg, sondern einen dreissig Meter hohen Aussichtsturm. Etwas ausserhalb Altenmünster soll ich den Schotterweg links nehmen, steht in meinem Führer. Also nehme ich den ganz links von den Dreien. Ich komme in den Wald hoch und der Weg wird zu einem Pfad und immer dünner durch Dickicht und Moorlandschaft. Irgendwie stimmt etwas nicht, weil es schon lange keine Markierungen mehr hat. Aber im Führer steht, es sei ein sehr schönes Fleckchen Erfemit Moosen und lichten Wälder. Und das trifft ja auch zu. Also schlage ich mich weiter durchund komme langsam wieder bergab auf einen grösseren Weg. Soll ich jetzt links gehen? Da fährt mir glücklicherweise eine nette junge Dame mit ihrem Rad und Kopfhörern entgegen. Ich rufe ihr zu und frage sie nach dem Weg zum Burgberg. Sie steigt ab und erklärt mir ausführlich wie ich gehen soll. Vielen Dank an die nette, unbekannte, junge Dame! Links wäre richtig gewesen. Also pilgere ich weiter. Da kommt nun erst das wunderschöne Fleckchen Erde, wie in meinem Führer erwähnt. Eine grosse Moorlandschaft auch mit einem idyllischen Weiher. Und nun sehe ich auch wieder die Markierungs Muscheln und das Schildchen mit einem roten Strich für den HW4. Was heisst eigentlich HW4? Ich sage dem einfach Highway number four. In Wirklichkeit heisst es Haupt Weg 4, wie ich später erfahre.
Nun beginnt es zu regnen, zuerst ein leichter Nieselregen. Ich steige zum Burgberg hoch. Aber die tolle Aussicht auf dem Turm findet bei dieser Witterung nicht statt. Also wandere ich auf der anderen Seite wieder runter und weiter. Nun folgen abwechslungsweise längere Asphaltabschnitte, aber auch romantische Waldwege. Am Fleckenbachsee, einem Naturparadies, finde ich einen Unterstand, wo ich einigermassen trockenpicknicken kann. Nach dieser Stärkung marschiere ich weiter bis Rosenberg. Das Wetter ist zwar schlimm, aber ich fühle mich trotzdem gut, um noch ein Stück weiter zu gehen. Nach einem ausgiebigen Kaffeehalt in Rosenberg bin ich wieder aufgewärmt, denn es ist saukalt und nass. Neun Grad Celsius um vierzehn Uhr, und das im Mai! Nun besuche ich die sehenswerte Kirche in Rosenberg mit dem sogenannten Flügelaltar, Kreuzweg und Deckengemälde von Sieger Köder.
Nun wandere ich noch ein paar Kilometer weiter bis nach Hohenberg hinauf. Da soll es neben der Kirche eine Pilgerherberge geben. Tropfnass erreiche ich die Kirche auf dem Berg oben und klingle an der Tür am Gebäude nebenan bei der Schwester Friedlinde. Aber sie ist nicht da. In diesem Fall soll ich im Dorf unten nach dem Schlüssel fragen. Im Dorf unten erblicke ich den einfachen aber gemütlichen Gasthof Löwen. Tropfnass betrete ich die Wirtsstube und beschliesse, gleich hier zu übernachten. Weil ich sowieso etwas Warmes essen möchte, will ich nicht hin und her bei diesem Hudelwetter! Das ältere Wirtepaar ist sehr nett, und da ich der einzige Gast bin, freuen sie sich auch. Es ist ein altes Gasthaus mit viel Atmosphäre und bestimmt einer langen, interessanten Geschichte. Nach Duschen und frische, trockene Kleider anziehen, bestelle ich zum Nachtessen ein Rahmschnitzel mit Spätzle und Salat. Die grosse Portion schmeckt mir ausgezeichnet. Als ich mit dem Essen fertig bin, treten doch tatsächlich noch zwei weitere Gäste ein und bestellen ebenfalls ein Nachtessen. Nachher sind wir mit dem Sohn des Wirtepaares noch zusammen gesessen. Die beiden Gäste sind zwei Damen, Mutter und Tochter. Die ältere war Stadträtin und Kreisrätin in Ellwangen, welches hier in der Nähe liegt. Ihre Tochter ist Juristin und lebt in Dresden. Wir haben ein paar ganz interessante Diskussionen über den Jakobsweg, dann über Politik und somit vergeht die Zeit im Flug. Um halb ein Uhr nachts begebe ich mich müde in die Federn.