Etappen

21. 29.05.2010
Markdorf - Konstanz

 

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13. Heuchlingen - Böhmenkirch

Bargauer Kreuz im Nebel Freitag, 21. Mai 2010

29 km / 8 h
Heuchlingen – Böbingen – Bargau – Himmelreich - Falkenberg – Böhmenkirch
Heute nach dem feinen Frühstück starte ich wieder ins feuchte grau. Bei Nieselregen wandere ich nach dem Besuch der Kirche Heuchlingen über einen Hügel fast immer auf Asphalt nach Böbingen. Dort kaufe ich Picknick, Mineralwasser und Blasenpflaster für die Ferse, mehr als Vorbeugung und gehe noch zu einem Bancomat. Nun bin ich wieder bereit für den weiteren Weg. Im gleichen Stil wandere ich nun weiter. Es ist zwar nicht mehr so kalt, und der Nieselregen stoppt auch allmählich. Aber es ist immer noch grau und neblig. In Bargau trinke ich einen halben Liter Mineral und esse einen Quarkkuchen in einer Bäckerei. Bei der Kirche teilt sich der Jakobsweg, der Weg rechts führt durch das Elsas und Burgund Richtung Spanien und der Weg links zum Bodensee, durch die Schweiz und via Le Puy-en-Velay nach Spanien. Ich wähle natürlich den Weg zum Bodensee. Jetzt wird der Weg immer steiler und beim Waldeintritt ist der Waldpfad nicht nur sehr steil, sondern auch noch sehr matschig . Nass und bis zu den Knien richtig schmutzig erreiche ich das geschlossene Naturfreundehaus Himmelreich mitten im Nebel. Auf einer Bank unter einem Vordach picknicke ich. Es ist kein Mensch weit und breit hier oben. Es ist etwas unheimlich, denn ich sehe nichts im Nebel und soll den für mich unbekannten Weg finden! Hoffentlich ist er gut markiert! Nach einer halben Stunde Rast wandere ich weiter. Es soll nun zum Bargauer Kreuz hoch gehen; der Weg führt aber bergab. Ein paar hundert Meter weiter finde ich tatsächlich bei einer Abzweigung eine Muschel und einen Wegweiser zum Kreuz. Ich steige also weiter bergauf durch den Wald und erreiche schon bald das Bargauer Kreuz. Dieses steht nicht wie in der Schweiz so üblich auf einer Bergspitze, sondern mitten im Wald. Ab jetzt folgt eines der schönsten Abschnitte des ganzen Jakobsweges. Der teilweise sehr matschige Pfad führt stundenlang durch den riesigen, einsamen Wald über den Falkenberg. So wünscht man sich den Jakobsweg! Ich fühle mich wie auf dem Mont Tournier nach Yenne! Zum Glück ist der Weg ausgezeichnet markiert, somit brauche ich keinen Kompass. Der Nebel hat sich inzwischen etwas gelichtet, wird aber später am Nachmittag wieder dichter. Nach mehreren Kilometern erreiche ich die Falkenhöhle. Auf einem Schild vor der Höhle ist die Geschichte "Das Verbrechen von 1529 in der Falkenhöhle" beschrieben (www.bartholomae.de/falkenhoehle.htm). Die letzten sieben Kilometer bis Böhmenkirch sind einfach, alles geradeaus, die erste Hälfte noch im Wald und nachher über Wiesen und Felder. In Böhmenkirch finde ich wieder auf Anhieb ein Zimmer. Im Gasthaus Lamm kann ich sogar zwischen einem einfacheren oder etwas besseren Zimmer auswählen. Nach der Besichtigung wähle ich das einfachere und somit günstigere. Nach obligater Dusche und Kleider waschen, vor allem die sehr schmutzigen Hosenbeine, gehe ich in die Gaststube, wo ich tatsächlich einmal ins Internet kann, um meine Emails zu lesen. Es sind zwar keine besonders wichtige Mails in der Mailbox. Übermorgen am Pfingstsonntag werde ich Ulm erreichen. Weil ich da eine längere Etappe habe, möchte ich in dieser grossen Stadt nicht noch lange ein Zimmer suchen. Also buche ich gleich hier via Internet ein Zimmer möglichst zentral in der Innenstadt in der Nähe des Münsters. Nun habe ich Hunger und Durst und freue mich auf eine warme Mahlzeit.