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53. St-Georges-Lagricol - Espaly-St-Marcel

Le Puy-en-Velay Samstag, 10. Juni 2017

41 km / 9 h
St-Georges-Lagricol – Chomelix – Bellevue-la-Montagne – Le Cros – St-Paulien – Polignac - Espaly-St-Marcel
Eigentlich wollte ich vor acht Uhr starten, es wird jedoch fast halb neun, bis ich die Gîte etwas aufgeräumt habe. Ich weiss noch nicht, ob ich bis St-Paulien wandern soll und dann mit dem Taxi zur Unterkunft fahren soll, und morgen mit dem Taxi wieder zurück nach St-Paulien, oder ob ich den Weg durchziehen soll? Ich wandere zuerst mal zügig voran auf den Jakobsweg zurück, welcher etwa zwei Kilometer rechts von hier verläuft. Nun erreiche ich den Weg, welcher hier auf der geraden Cäsarstrasse und später wieder auf der Via Bolena verläuft. Es ist viel flach, aber ab und zu geht’s auch mal richtig hoch und runter. Die Wege sind meist super schön und abwechslungsreich, es hat Wiesenpfade mit teilweise sehr hohem Gras, Schotterwege, Asphaltsträsschen und Waldwege.
Ich komme sehr zügig voran und wandere fast vier Stunden ohne Pause. Das Wetter ist sehr schön, anfangs sind noch einige Wolken, und es ist daher nicht all zu heiss. Jetzt habe ich jedoch Hunger und Durst. Beim Mittagsrast sehe ich auf meinem Garmin, dass Le Gros nur noch eineinhalb Kilometer entfernt ist und St-Paulien auch nur noch gut fünf. Wenn ich in St-Paulien etwas trinken gehe und dann vor vierzehn Uhr dreissig weiter kann, und wenn ich noch einigermassen frische Beine habe, dann wandere ich durch, bis zur Unterkunft. Dann hätte ich morgen nur noch gut drei Kilometer, also quasi einen freien Tag, um Le Puy zu besuchen.
Tatsächlich erreiche ich St-Paulien etwas nach vierzehn Uhr. Dort trinke ich in einer Bar zwei Perrier, wechsle nochmals die Socken und gehe weiter. Mittlerweile ist es jedoch sehr heiss geworden. Aber nun muss ich durchhalten. Und es kommen noch drei ruppige Aufstiege. Bei der sehensweten Burg in Polignac, nach einem der steilen Aufstiege, trinke ich nochmals eine Flasche Mineralwasser. Jetzt führt der Weg bergab, über Felder und kleine Ortschaften und dann zum letzten Aufstieg. Nun geht es nur noch bergab, aber noch ein ziemlich langes Stück in Richtung Le Puy. Jetzt sehe ich die drei wichtigen Wahrzeichen von Le Puy: die Kathedrale Notre-Dame, die Kapelle Saint-Michel-d’Aiguilhe auf dem spitzen Vulkankegel und die Statue Notre-Dame-de-France. Es ist ein überwältigender Anblick. Mir kommen Erinnerungen vom Jakobsweg vor knapp zwölf Jahren. Nur mit dem Unterschied, dass die grosse Reise diesmal morgen hier endet.
Nun wandere ich noch weiter bergab und schlage dann den Weg nach rechts in Richtung Espaly-St-Marcel ein, wo sich meine Unterkunft befindet. Im sehr ruhigen Ort hier frage ich nach dem Weg und erreiche dann die Unterkunft nach einundvierzig Kilometern und gut acht Stunden Marschzeit. Das Zimmer ist klein, jedoch neu renoviert. Ich dusche und ziehe mich um. Weil hier in diesem Ort kein Restaurant ist, bin ich gezwungen noch bis Le Puy, etwa zwei Kilometer zu gehen. Einen Taxistand hat es hier auch nicht. Aber ich habe wenigstens keinen Rucksack zu tragen. Nach gut zwanzig Minuten finde ich das Restaurant Poivier. Und das feine Essen hier entschädigt mich für die Strapazen des heutigen Tages.
Obwohl die Füsse schmerzen spaziere ich noch gemütlich in die Unterkunft zurück.