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16. Kédange-sur-Canner - Villers L‘Orme

Spinne Freitag, 23. September 2011

25 km / 8 h
Kédange-sur-Canner – Aboncourt –St. Hubert – Rabas – Vigy – Vany - Villers L‘Orme
Heute können wir früh frühstücken, denn wir wissen noch nicht, wie weit wir gehen wollen und wo wir übernachten? Eventuell haben wir eine lange Etappe. Kaum ist es nicht mehr dunkel starten wir noch vor acht Uhr. Der Himmel scheint wolkenlos zu sein, aber ein gespenstischer Bodennebel liegt über dem Cannertal, und es ist kalt. Nach zwei Kilometern auf einer stark befahrenen Strasse biegen wir in eine Nebenstrasse ein. Am Strassenrand an den Hecken begleiten uns sehr viele Spinnennetze, welche mit Reif belegt viel dicker erscheinen und in der allmählich durch den Nebel drückende Sonne richtig weiss leuchten. Nach der Ortschaft Aboncourt wird der Weg immer schöner. Der Kiesweg windet sich sanft durchs Cannertal. Der Nebel ist verschwunden und die Sonne wärmt uns immer stärker. Wir erreichen St. Hubert, passieren den Ort weiter bis zur Wallfahrtskapelle Notre-Dame de Rabas. Die Kapelle ist geschlossen und scheint nicht mehr in Betrieb zu sein. Das Dachgeschoss ist ein einziger, riesiger Taubenschlag geworden. Man hört die Tauben gurren unüberhörbar, und ab und zu fliegt eine durchs runde Dachfenster.
Auf einem Bänkli rasten wir und essen Baguette und eine halbe Wurst. Wir trinken viel Mineralwasser und zum Dessert geniessen wir eine dunkle Schokolade.
Gestärkt wandern wir weiter leicht bergauf auf einem wildromantischen Waldweg. Nun wird der Weg zusehends morastig und führt uns durch ein kleines Tal hinunter. Gemäss unserem Buch ist dieser Weg bei oder nach Regen nicht zu empfehlen. Obwohl es schon mehrere Tage nicht mehr geregnet hat, ist dieser Weg nur knapp begehbar. Die Schuhe stehen vor Dreck. In den zahlreichen Tümpeln neben und auf dem Weg hüpfen viele kleine Frösche, ein Paradis für sie.
Nach diesem genialen und wohl schönsten Wegstück erreichen wir Vigy um etwa 13 Uhr. Hier wäre unser Minimalziel, etwa 15 Kilometer. In einer Pizzeria essen wir je eine Quatro Stagioni und sind nachher gestärkt und ausgeruht, um noch ein Stück weiter zu gehen. Am alten Bahntrasse fährt wohl schon lange kein Zug mehr, aber unser Weg führt da entlang. Nach einiger Zeit biegt unser Weg durch ein kleines Tal zur nächsten Ortschaft, dann durch den Wald mit viel Abwechslung, traumhaft schön, einfach genial, so wie man es auf dem Jakobsweg wünscht. Die Zeit geht sehr schnell um, und wir erreichen nach 25 Kilometern Vany und weil es hier keine geeignete Übernachtungsmöglichkeit gibt, nehemn wir in Viller L‘Orme den Bus nach Metz zum Bahnhof. Im Hotel Ibis finden wir auf Anhieb ein nettes kleines Zimmer. Nach der Dusche erkunden wir die Innenstadt und gehen nach einem Aperitiv eine Kleinigkeit essen.
Wir beschliessen morgen Samstag einen Ruhetag für Shopping und Stadtbesichtigung einzulegen, und am Sonntag das restliche Stück, welches wir mit dem Bus gefahren sind, noch zu Fuss zurück zu lehen.