Etappen

 

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11. Echternach - Trier

Feld bei Lorich Mittwoch, 12. September 2012

40 km / 9 h
Echternach – Echternacherbrück – Minden – Welschbillig – Möhn – Butzweiler – Lorich - Biewer – Trier
Heute stehe ich extra früh auf, denn ich habe eine sehr lange Etappe vor mir. Als ich um halb acht in den Frühstücksraum komme, ist alles noch dunkel. So packe ich zuerst den Rucksack fixfertig und warte um acht Uhr im Frühstücksraum bis da jemand kommt. Als ich um Viertel nach acht ohne Zmorge gehen will, steht plötzlich eine Frau vor mir und frägt: Kaffee? Nach dem eher etwas spärlichen Frühstück, ich bin halt nicht mehr in Deutschland, starte ich um halb neun Uhr. Der Himmel ist bedeckt, aber es ist trocken und kühl, also ideal zum Wandern. Der Weg durch die ehemaligen Rebberge von Minden ist wirklich wunderschön, aber wieder nichts für Radpilger. Von Minden steigt der Weg als Asphaltsträsschen hoch und hoch und auf der Ebene immer geradeaus durch einen riesigen Windpark. Wie lange muss wohl so ein Windrad drehen, bis die Energie für dessen Herstellung kompensiert ist? Ein Öko-Break-Even. Vielleicht ist das ja auch gar nicht so wichtig, immerhin schafft die Windenergie auch viele Arbeitsplätze.
Ich wandere immer weiter über Felder und erreiche schliesslich Welschbillig, ein seltsamer Name. Es hat nichts mit unserem Welschland zu run, und billig, das weiss ich nicht. In der Dorf Beck trinke ich eine Apfelschorle und esse einen Vanilleplunder. Für auf den Weg kaufe ich noch Rosinenbrötchen und Schorle. Nun aber weiter, ich habe noch nicht einmal die Hälfte. Über Asphaltsträsschen führt der Weg über einen Hügel nach Möhn und dort an verschiedenen kleinen Schnapsbrennereien vorbei. Eine bietet auch einen Pilgerschnaps an. Leider ist dort niemand, aber vielleicht ist es ja auch besser so, denn ich habe immer noch fast 20 Kilometer vor mir. Über mehrere Hügel immer auf und ab wandere ich weiter durch Butzweiler nach Lorich. Ab jetzt folgt der schönste und interessanteste Abschnitt der heutigen Etappe. Ein dünner Wegpfad führt teilweise sehr steil durch den Wald hinunter. Auch hier ist Trittsicherheit gefordert. Aber sowas gefällt mir! Unten im Tal angekommen sehe ich eine gewaltige, sehr hohe Autobahnbrücke über mir. Ich schätze die Höhe über 100 Meter. Dieses Bauwerk beeindruckt mich so sehr, dass ich fast den falschen Weg genommen hätte. Nach ein paar hundert Metern merke ich zum Glück den Irrtum und kehre um. Der Weg ist hier auch nicht besonders gut ausgeschildert und mein GPS zeigt wieder einmal die Fahrradvariante. Zum Glück finde ich den richtigen Weg doch noch. Ein matschiger Waldsträsschen führt mich bis nach Biewer. Nun führt ein Radweg etwa drei Kilometer der Mosel entlang, bevor ich über die Brücke mein Ziel Trier erreiche. Die Unterkunft, der Warsbergerhof (Kolpinghaus) liegt mitten in der Stadt. Das Zimmer ist sehr einfach, pilgergerecht, für eine Nacht okay. Weil ich sehr durstig und hungrig bin, gehe ich schon bald in das Restaurant „Zum Dornstein“. Das Essen ist okay hier, aber nicht so gut wie im Ratsherrenkeller, wo ich vor einem Jahr mit meiner Frau Angelika einkehrte.
Für dieses Jahr habe ich meine geplante Jakobsweg Strecke beendet. Den nächsten Abschnitt bis Metz habe ich mit Angelika vor einem Jahr absolviert und die Etappen nach Metz folgen später.
Der Weg von Köln bis Trier durch das Eifelgebiet hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte Glück, keine Unfälle und war nie krank; es ist mir super gegangen. Das Wetter, Petrus war sehr gnädig, die ersten neun Tage waren sehr heiss und sehr sonnig. Ich musste viel trinken. Die letzten beiden Tage waren kühl und angenehm. Den Regenschutz brauchte ich gerade mal eine Viertelstunde. Die ländliche Eifel hat mir sehr gut gefallen. Es hat zwar viele Asphaltsträsschen, zum Glück nur wenig Verkehr und dazwischen gab es immer wieder tolle Abschnitte und unvergessliche Pfade, richtig traumhaft für Fusspilger.