Etappen

9. 28.06.2011
Kempten - Buchenberg
10. 29.06.2011
Buchenberg - Weitnau

 

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11. Weitnau - Lindenberg

Weg zum Eistobel Donnerstag, 30. Juni 2011

30 km / 9.5 h
Weitnau – Sibratshofen – Eistobel – Kapf – Harbatshofen – Balzerberg – Simmerberg – Weiler – Lindenberg
In der Nacht schon höre ich, dass es ziemlich stark regnet, ja richtig giesst. Es soll nur noch recht regnen jetzt, und dann aufhören, wenn ich los gehe. Ich stehe kurz vor sieben Uhr auf und packe fast alles zusammen. Nach dem Frühstück um halb acht Uhr noch den Rest. Die Wirtin gibt mir noch ein paar gute Ratschläge für die alternative Route, welche sie mir bei diesem Wetter auch empfiehlt. Als ich starte, regnet es immer noch sehr intensiv. Aber wie heisst es doch so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur eine schlechte Ausrüstung! Da ich aber eine sehr gute habe, bin ich auch guten Mutes und freue mich sogar auf den heutigen Weg. Es wird sicher nicht mehr so heiss werden, wie die letzten paar Tage.
Zuerst über asphaltierte Radwege, dann nasse Wiesenwege und später einsame Waldwege führen mich bis zum berühmten Eistobel. Meine Kleider sind aussen natürlich pflotschnass, aber innen bin ich noch recht trocken. Hier beim Eingang des Eistobels muss ich ein Euro fünfzig einwerfen, damit ich rein darf. Es ist weit und breit niemand hier, bei diesem Hudelwetter. Der Weg zu den Wasserfällen ist nass und rutschig. Ich muss da schon ein bisschen aufpassen. Bei schönem Wetter und an Wochenenden hat es bestimmt sehr viele Leute hier, denn es ist wirklich ein spezielles Naturschauspiel. Weil alles nass ist, kriechen da viele schwarze Salamander umher. Nun steige ich wieder zum Ausgang zurück. Es regnet nach wie vor und der Weg führt nun steil hoch auf den Kapf. Das ist ein Berghügel im Wald versteckt. Hier oben hat es viele nasse Sträucher und später matschige Wiesen. Mit der Zeit drückt die Nässe durch die Schuhe und auch von den Beinen läuft das Wasser runter. Zum Glück gehe ich mit kurzen Hosen, sonst wären die schon längst durchnässt und würden unangenehm an den Beinen kleben. Achtung, da vorne schleicht ein Fuchs über den Weg und verschwindet im Gebüsch. Es ist doch etwas unheimlich hier. Zum Glück führt der Weg nun vom Grat wieder in die Zivilisation nach Harbatshofen hinunter. Hier gehe ich sehr gerne zum Gasthof Adler, denn ich bin sehr hungrig und durstig. Die nassen Schuhe und Socken ziehe ich sofort gerne aus. Die Schuhe stopfe ich mit Zeitungen aus, die ich vom netten Wirt erhalten habe. Nach einer Stunde Rast ziehe ich frische, trockene Socken an und dann die immer noch nassen Schuhe. Wenigstens regnet es nun nicht mehr! Ich wandere weiter über Strässchen, durch Felder, noch über zwei Hügel und erreiche Simmerberg um halb vier Uhr. Bis hier ist das Minimalziel, was ich mir vorgenommen habe. Ich habe aber noch Zeit und genug Kraft und die Sonne drückt langsam durch die Wolken, also gehe ich noch weiter. In Weiler hat das von mir bevorzugte Hotel Ruhetag. Ich beschliesse daher noch bis Lindenberg hoch zu gehen. Die Sonne scheint jetzt richtig, und ich habe meine Regenklamotten schon längst ausgezogen. Jetzt führt der Weg zum Schluss noch einmal tüchtig bergauf, und ich bin glücklich, als ich die Stadt betrete. Im Hotel Bayerischer Hof finde ich auch ein gutes Zimmer und ein wohlverdientes ausgezeichnetes Nachtessen. Jetzt habe ich morgen nicht mehr so weit und komme bis zum Bodensee! Heute Morgen startete ich noch in Oberallgäu und nun bin ich bereits in Westallgäu.