Etappen

11. 30.06.2011
Weitnau - Lindenberg
12. 01.07.2011
Lindenberg - Lindau
13. 02.07.2011
Lindau - St. Gallen

 

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6. Rottenbuch - Lechbruck

Noch 2577 km bis Santiago Samstag, 25. Juni 2011

27 km / 7.5 h
Rottenbuch – Wildsteig – Wieskirche – Steingaden – Urspring – Lechbruck
Auch heute gibt es erst ab acht Uhr Frühstück. Im schönen Wintergarten geniesse ich den Kaffee und die feinen, frischen Brötchen. Ich bin der erste, aber nach etwa einer halben Stunde kommen noch drei Männer. Noch eine Tasse Kaffee und nachher packe ich gemütlich meine sieben Sachen zusammen und starte so um neun Uhr. Zuerst muss ich die knapp zwei Kilometer zurückgehen, bis ich ausgangs Rottenbuch wieder auf den Jakobsweg stosse. Am Campingplatz komme ich nicht direkt vorbei, so weiss ich nicht, ob Kerstin bereits gestartet ist? Der Weg führt allmählich hoch über Felder nach Wildsteig. Unterhalb der auffälligen Kirche St. Jakob ist eine Mariengrotte nach Lourdes Art vorhanden. Die Grotte ist über einhundert Jahre alt und vom Zerfallen bedroht. Wegen Einsturzgefahr darf sie nicht betreten werden. In der Kirche hole ich mir einen Stempel und wandere weiter über moorige Wiesen und durch Wälder. Vorbei an der Landvolksschule, wo mehrere Personen im Freien das Hornblasen lernen, wandere ich noch gut einen Kilometer bis ich die berühmte Wieskirche, ein Weltkulturerbe, erreiche. Auf dem riesigen Parkplatz stehen Dutzende von Autos und mehrere Cars. Hunderte von Leuten, Japaner, Chinesen, Deutsche und viele mehr strömen zur Kirche hoch. Rund um die Kirche gibt es nur wenige Häuser, drei Restaurants und mehrere Souvenirläden. In der vollen Kirche ist es laut, man kann sich kaum bewegen und ein Blitzlichtgewitter stört die wenigen Gläubigen in den Bänken, welche beten und besinnlich sein wollen. Obwohl das Fotografieren mit Blitzlicht eigentlich verboten wäre. Einen Pilgerstempel erhalte ich auch nirgends, so verlasse ich die Kirche schon bald wieder. In einem der Restaurants esse ich wieder meine obligaten Weisswürstchen und trinke dazu viel Mineralwasser, denn es ist wieder einmal sehr heiss draussen.
Nach einer dreiviertel Stündigen Rast wandere ich auf dem Brettleweg, ein mit Holzbrettern belegten Weg über ein Sumpfgebiet. Auf dem anschliessenden Waldweg bis Steingaden begegne ich zahlreichen Wanderer und zwei Radpilgern, die bis Genf wollen. In Steingaden trinke ich nochmals einen halben Liter Mineral und besuche die grosse, imposante Kirche. Nach einer kurzen Besinnung wandere ich gemütlich meinem Ziel Lechbruck entgegen. Übrigens habe ich seit der Ammerschlucht gestern nur noch einen Stock. Der andere ist gebrochen, als er im Morast einmal sehr tief eingesunken ist. Ich habe die Überreste in Rottenbuch entsorgt.
Die heutige Unterkunft, ein zweisterne Hotel, hat unten ein kroatisches Restaurant mit Pizzeria. Ich habe nun Hunger und bin gespannt, wie gut es ist. So gegen 18 Uhr betrete ich das bereits gut gefüllte Lokal. Es scheint hier sehr beliebt zu sein, denn ich erhalte einen der letzten Tische im grossen, aber gut unterteilten Restaurant. Jetzt habe ich die Wahl zwischen einer Holzofenpizza oder einer kroatischen Spezialität. Ich wähle einen Räuberspiess mit grüner Pfeffersauce, Pommes, Reis und einen Salat. Dazu trinke ich einen kroatischen Weisswein. Nach dem Essen drehe ich noch eine Runde durch den Ort Lechbruck und lasse den Abend mit einem kühlen Bier aus der Aktienbrauerei Kaufbeuren ausklingen.