Etappen

11. 30.06.2011
Weitnau - Lindenberg
12. 01.07.2011
Lindenberg - Lindau
13. 02.07.2011
Lindau - St. Gallen

 

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8. Marktoberdorf - Kempten

Elfi und Erhard Montag, 27. Juni 2011

34 km / 9 h
Marktoberdorf – Geisenried – Oberthingau – Kempter Wald Kapelle – Betzenried – Kempten
Am Morgen darf ich, wie in vielen Pilgerherbergen üblich, das Morgenessen selber zubereiten. Ich braue mir einen Kaffee mit einer etwas komischen Filterkaffeemaschine. Schliesslich gelingt es mir zwei Tassen, wenn auch mit etwas Satz, zu zubereiten. Nach dem Rucksack packen, fotografiere ich noch das nette Paar und starte mit Erhard etwa um acht Uhr. Er geht einkaufen und begleitet mich so ein Stück bis zum Bahnhof. Von jetzt an gehe ich alleine und suche den Weg. Das Wetter wird auch heute sehr heiss, so gegen 35 Grad. So freue ich mich auf das grosse Waldstück, den Kemptner Wald! Vorläufig wandere ich aber noch über Felder und auch einigen Asphaltstrassen. In Oberthingau kaufe ich im Tante Emma Laden einen halben Liter Mineral und trinke es an einem schattigen Wiesenrand. So kann ich meine beiden Flaschen im Rucksack noch etwas aufsparen., denn es wird immer heisser. Ich wandere weiter und weiter. Nun endlich erreiche ich den riesigen Kemptner Wald. Die breite Naturstrasse kann problemlos auch mit einem gewöhnlichen Auto befahren werden. Aber auch Schatten ist auch hier eine Seltenheit. Nun bin ich an der Weggabelung, wo die längere Alternativroute einbiegt. Hier raste ich für die Mittagspause und esse zwei Brötchen mit Käse und der fast geschmolzenen Schokolade. Auch hier trinke ich viel und lüfte meine Füsse aus. Nach etwa dreiviertel Stunden wandere ich den langweiligen Waldweg an der brühender Sonne weiter. Ich erreiche nach einiger Zeit die kleine Waldkapelle und hole mir einen Stempel. Nun geht der langweilige Weg weiter beim Dengelstein vorbei, dem grössten Findling in dieser Gegend. Von der grossen Hitze bin ich langsam müde und die Füsse schmerzen wieder. Der lange Weg dauert immer noch eineinhalb Stunden. Ich gehe fast wie in Trance, einfach immer weiter und weiter. Plötzlich sehe ich eine Tafel, eine halbe Stunde bis Kempten Zentrum. Voll motiviert beschleunige ich mein Tempo. Zehn Minuten später wieder ein Schild eine halbe Stunde bis Kempten Zentrum. Dann aber nur noch 15 Minuten und auf einmal sehe ich das Viersterne Hotel Bayerischer Hof. Ganz verschwitzt betrete ich die Rezeption und frage nach einem Zimmer. Für 71 Euro mit Frühstück ist okay, denn nach dieser langen und heissen Etappe habe ich das verdient und zudem habe ich keine Lust, noch weiter zu suchen. Ich überlege mir sogar, einen Ruhetag einzuschalten oder einfach zwei kurze Etappen. Nach dem Duschen besuche ich den schattigen und grossen hoteleigenen Biergarten und bestelle ein grosses Mineral, ein helles Bier und eine Portion Schweinebraten. Nach dem Essen versuche ich noch das dunkle Bier. Alle Biere werden hier von Hand und unfiltriert hergestellt und schmecken vorzüglich. Weil der Biergarten selbst am Montagabend voll besetzt ist, setzen sich zwei junge Damen an meinen Tisch, Sabine und Simone. Beim interessanten Gespräch erfahre ich ein paar Dinge von dieser Gegend, und ich erzähle etwas von meinen Erlebnissen vom Jakobsweg.
Bevor ich auf mein Zimmer gehe, besichtige ich noch die Altstadt vom Kempten. Es ist zwar eine eher neue Altstadt, jedenfalls sehen die Häuser sehr gepflegt und modern aus. Ursprünglich wurde Kempten von den Römern vor über 2000 Jahren gegründet. Hier beim Rathaus sind zahlreiche Lokale und viele Menschen geniessen hier den warmen Sommerabend bei einem Bier oder Drink.