Etappen

11. 30.06.2011
Weitnau - Lindenberg
12. 01.07.2011
Lindenberg - Lindau
13. 02.07.2011
Lindau - St. Gallen

 

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10. Buchenberg - Weitnau

Auf dem Sonneckgrat Mittwoch, 29. Juni 2011

17 km / 6 h
Buchenberg – Rechtis – Sonneneckgrat – Weitnau
Als ich um halb sieben erwache, sind die Freys bereits weg. Ich mache mich startklar auf eine kurze Etappe. Zuerst esse ich beim Bäcker in der Nähe ein Gipfeli und ein Nussbrötchen und trinke dazu zwei Tassen Kaffee. Nun warte ich noch eine Viertelstunde, bis das Dorflädeli öffnet, damit ich Mineralwasser kaufen kann. Es wird wohl wieder einen heissen Tag geben, aber auf Nachmittag sind Gewitter und Sturm vorausgesagt. Der Weg führt in einem grossen S aus dem Dorf, durch einen Wald wieder zum Trassee der ehemaligen Isnybahn. Nun bin ich bereits eine Stunde unterwegs und ein schöner Pfad führt mich zum Dorf Rechtis hoch. Jetzt wandere ich wieder zwei Kilometer auf Asphalt. Die Füsse brennen bereits wieder und es geht rechts sehr steil hinauf. Etwas weiter oben beginnt wieder ein abwechslungsreicher, romantischer Waldweg auf und über den Grat Sonneneck. Ich werde von Mountainbikern überholt und überhole selber eine Familie, die auch zu Fuss unterwegs ist. Auf dem Grat oben wandere ich an einer neu gebauten Schutzhütte für Jakobspilger vorbei. Noch einige Zeit weiter raste ich bei der Sonneneck Hütte und esse ein mit Käse belegtes Brezen. Nun folgt noch der Abstieg ins Tal hinunter nach Weitnau. Weil ich da irgendwie den richtigen Weg verpasse, marschiere ich halt einfach durch den Wald und Dickicht. Schon bereits vor 14 Uhr bin ich in Weitnau und frage beim Gasthof Krone nach einem Zimmer. Die Frau ist erstaunt, dass ich schon hier bin. Ich erklärte ihr, dass ich an Stelle eines Ruhetages in Kempten einfach zwei kurze Etappen mache. Ab morgen soll es dann wieder normal vorwärts gehen, noch zwei Tage bis zum Bodensee! Nach dem Duschen und Kleider waschen besuche ich die grosse Kirche und stemple den Pilgerpass. Jetzt gehe ich ins Braustüble ein Bier trinken, denn in Weitnau hat es eine mittelgrosse Brauerei. Aber die Wirtin erklärt mir, dass etwa seit zehn Jahren hier nicht mehr gebraut wird. Das Ganze ist von Memmingen übernommen worden. Und das Bier schmeckt etwa ähnlich wie das gewöhnliche Schweizer Bier, also nicht besonders speziell. Ich gehe zum Gasthof Krone, zum Zimmer zurück. Die Kronenwirtin erklärt mir, dass der Gasthof heute geschlossen bleibt, weil da irgend ein Anlass in der Nähe stattfindet. Also darf ich dann wieder zum Gasthof Braustüble zum Nachtessen zurück gehen. Das Essen ist sehr billig hier. Der Schweinebraten und die selbstgemachten Spätzle schmecken recht gut. Während des Essens läuft im Fernseher das Frauenfussball WM Spiel Brasilien gegen Australien. Die Brasilianerinnen gewinnen, wenn auch etwas glücklich, mit 1:0. Nun spaziere ich gemütlich wieder zur Krone hin. Der verlassene, grosse und dunkle Gasthof wirkt schon etwas unheimlich auf mich. Ich glaube, ich bin der einzige Mensch im grossen Gebäude.