Etappen

 

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10. Kdyne - Neukirchen b. hl. Blut

Feld vor Eschlkam Dienstag, 08. September 2015

29km / 8 h
Kdyne –Nova Ves – Hajek - Vseruby– Eschlkam - Neukirchen b. hl. Blut
Das Frühstück ist recht gut, und die Leute hier sind sehr nett. Kurz nach acht Uhr starte ich bei herbstlichem Morgennebel, kühlem, jedoch trockenen Wetter auf die Etappe nach Bayern. Nach ein paar Kilometern Asphalt folgen sehr schöne Wege, abwechslungsreich über Felder und durch Wälder. Irgendwo verpasse ich eine Abzweigung und merke es erst etwa einen Kilometer später. Mir fällt erst jetzt auf, dass ich schon lange keine Markierung gesehen habe und auch das GPS habe ich nicht konsultiert. Ich bin in Gedanken wohl etwas abwesend gewesen. Aber dank dem GPS muss ich nicht zurückkehren, sondern finde mit Vorwärtsstrategie wieder auf den richtigen Weg.
Nun ist das Abenteuer Tschechien schon bald Vergangenheit, und ich freue mich auf Bayern. Da gibt es wieder rauchfreie Lokale und anständige Weine. Jetzt stehe ich an der Grenze zu Deutschland, einem geschichtsträchtiger Ort. Noch vor wenigen Jahrzehnten war diese Grenze zum Eiserner Vorhang fast nicht überwindbar. Heute schert sich kein Mensch mehr über diesen verlassenen Grenzübergang. Es ist kein Mensch hier, keine Passkontrolle, kein Zoll, nur ein verlassenes Grenzhäuschen, ein Denkmal und Hinweistafeln.
Nun beginnt der ostbayrische Jakobsweg. Und man spurt sofort, dass die Jakobswege in Deutschland eine viel grössere Bedeutung haben als in Tschechien. Ich wandere weiter über super schöne Wege. Nur zwischendurch ist wieder ein längeres Stück Asphalt. Bis Eschlkam. Nach dem ersten Stempel in Deutschland in der Kirche von Eschlkam wandere ich weiter über abwechslungsreiche Wege meinem heutigen Etappenziel entgegen.
Die sehenswerte Wallfahrtskirche in Neuhausen sieht von aussen recht gross aus. Im Innern ist sie in verschiedene Räume oder Schiffe aufgeteilt. Die berühmte hussiten schwarze Madonna ist kleiner als ich erwartet habe, aber es ist dennoch ein spezielles Gefühl in ihrer Nähe.Nun wandere ich ins Ortszentrum und beziehe im Gästehaus des Gasthof zur Linde. Das Nachtessen ist sehr fein und preiswert. Nun gehe ich noch in die Gaststube was trinken. Weil hier aber kein Wifi Empfang ist, zügle ich in die Nähe der Rezeption. Hier trinke ich ein Glas Domina Rotwein und schaue mir das Fussballspiel England – Schweiz auf dem Lifeticker. Leider geht das Spiel 2:0 verloren.