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28. Monistrol d'Allier - Domain du Sauvage

Domain du Sauvage Samstag, 03. September 2005

31 km / 9 h
Monistrol d'Allier – Roziers – Saugues – Chanaleilles - Domain du Sauvage
Wie gewohnt starte ich nach dem Zmorge auf meine Etappe. Weil Monistrol so weit im Tal unten liegt, geht es wieder hoch und wie. Zuerst sehr steil, so dass der Rucksack stark drückt, und nach ein paar Hundert Höhenmeter etwas weniger steil. Insgesamt sind es über 700 Höhenmeter! Wie gewohnt ist es sehr heiss, das heisst viel schwitzen, viel Durst und wer hätte das gedacht, viel trinken. Am Mittag erreiche ich das berühmte Städtchen Saugues. Nach Picknick kaufen und auf einer Parkbank Mittag essen, beschliesse ich sofort weiter zu wandern, da der Weg noch weit ist, eine Megaetappe! Der Pfad und teilweise Natur- oder Asphaltsträsschen führen durch eine unberührte, wunderschöne und einsame Naturlandschaft. Weit und breit ist kein Mensch. Nun bin ich gespannt, wie die Domain du Sauvage aussieht. Ich stelle mir so ein Herrschaftssitz in einem wilden Urwald vor. Der Weg führt tatsächlich hoch und in einen Wald, dann bis zur Passstrasse. Nach etwa zwei Kilometern zweigt der Weg links ab Richtung Domain du Sauvage. Jetzt verlasse ich den Wald und betrete eine riesige Waldlichtung nutzbar als Weideland. In etwa zwei Kilometer Entfernung steht das eindrückliche Gebäude. Noch 20 Minuten staubige Strassen, und ich erreiche müde diesen für mich eindrücklichen Ort. Nach dem „Einchecken“ belege ich im sauberen Schlafsaal ein Bett nahe beim Fenster. Bei dieser Gîte gibt es keine Halbpension, aber man kann Lebensmittel und Getränke kaufen. Ich decke mich ein mit Käse, Brot, eine Flasche Wein, Mineralwasser und zwei Flaschen Bier. Genügt das wohl?
Draussen suche ich mir ein schattiges Plätzchen. Bei einem kühlen Bier geniesse ich diesen ausserordentlich ruhigen Ort. Mir kommen allerlei Erinnerungen von den letzten vier Wochen seit ich unterwegs bin hoch, eine erste Verarbeitung der immens vielen Eindrücke, die ich bis jetzt erleben durfte. Um sieben Uhr gehe ich in den Aufenthaltsraum und esse dort mit ein paar anderen Pilgern das Eingekaufte. Nach ein paar interessanten Gesprächen gehen alle bereits um neun Uhr schlafen. Ich verlasse das Gebäude noch einmal, um die unendliche Ruhe zu geniessen. In ganz weiter Ferne hört man ein paar Kuhglocken läuten und ab und zu ein wildes Tier heulen. Das ist die Domain du Sauvage, das Gegenteil von Paris!