Etappen

11. 17.08.2005
Lausanne Vidy - Rolle
12. 18.08.2005
Rolle - Commugny
14. 20.08.2005
Beaumont (F) - Frangy
15. 21.08.2005
Frangy - Serrières
16. 22.08.2005
Serrières - Yenne
17. 23.08.2005
Yenne - Le Verrou

 

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42. Malause (Bouillan) - Miradoux

Gascogne Samstag, 17. September 2005

26 km / 7 h
Malause (Bouillan) – Pommevic – Auvillar – Flamarens - Miradoux
Nach reichhaltigem Zmorge starte ich wie fast immer gut motiviert auf die Etappe. Wieder Bilderbuchwetter! Ich bin gespannt auf die heutige Unterkunft bei der interessanten Person, von der mein Bruder erzählte. Der Weg oder besser gesagt die Asphaltstrasse ist hier ungewohnt flach. Sonst haben die Etappen fast immer mit einem steilen Aufstieg begonnen. Markant ist der sehr lange Schatten von mir, welcher durch die tief liegende Sonne in meinem Rücken entsteht. Nach ein paar Kilometern erreiche ich in Pommevic wieder den eigentlichen GR65 oder Jakobsweg. Das Strässchen überquert einen Kanal und führt mich über topfebenes Gebiet bis zur Garonne Brücke. Im Gegensatz zum Lot, der mir immer wieder begegnete und den ich x-mal kreuzte, überquere ich die Garonne genau ein Mal.
Nun bin ich in der Gascogne! Die Gascogne, in die vier Departemente Basses-Pyrenees, Hautes-Pyrenees, Landes und Gers aufgeteilt, ist eine hügelige, sehr fruchtbare und ländliche Gegend. Es hat viele Getreidefelder, Rebberge, Gemüse- und Sonnenblumenfelder, aber auch Weideland, Enten- und Gänsefarmen. Ich bin jetzt im Departement Gers. Auvillar, der erste Ort nach der Garonne, ist ein altes sehenswertes Städtchen. Also lege ich auf dem Marktplatz oben eine kurze Pause ein. Nachher führt der Weg teils auf romantischen Pfaden und teils auf Nebensträsschen über hügeliges Gelände hoch und unter der Autobahn durch. Der Strasse entlang erreiche ich Flamarens mit dem markanten Schloss. Der Weg führt nun immer auf und ab, selten flach, an fruchtbaren Feldern und Obstplantagen vorbei. Dunkelgrüne Föhren, Rebberge und Sonnenblumenfelder wechseln sich ab. Etwas vor vier Uhr erreiche ich Miradoux und bin natürlich gespannt auf die bereits erwähnte Person.
Thérèse Fardo heisst sie und ist mit Leib und Seele für Pilger da, hilfsbereit und sehr nett. Thérèse nimmt nur Fusspilger auf, mit 8 Plätzen ist sie oft ausgebucht, und somit empfiehlt sich eine Reservation. Die Gîte prive ist ein grösseres Einfamilienhaus an der Landstrasse. Der erste Eindruck ist etwas chaotisch und mit den beiden Schäferhunden etwas unordentlich. Die Zimmer und Toiletten sind aber sauber und gut eingerichtet. Es fehlt an nichts. Nach einem Rundgang durch das Dorf gehe ich zurück fürs Nachtessen. Mittlerweile sind wir 6 Frauen, 2 Männer und Thérèse. Nach dem Apéro Floc de Gascogne, süss wie Dessertwein, wird aber zum Apéro getrunken, erhalten wir ein reichhaltiges Viergangmenü. Dazu gibt es etwa drei bis vier verschiedene Flaschen Wein, fast eine kleine Degustation. Die Stimmung ist fröhlich, und es werden, für mich mehr oder weniger bekannte, französische Lieder und natürlich das bekannte Pilgerlied Tous les matins nous prenons le chemin … gesungen.
Bevor ich ins Bett gehen will, frage ich wie viel ich für Halbpension zu bezahlen habe? Da auf der Kommode hinten ist eine Schatulle, du kannst geben soviel du willst, ist die Antwort von Thérèse. Diese Frau hat schon ein unglaubliches Vertrauen in ihre Gäste.