Etappen

11. 17.08.2005
Lausanne Vidy - Rolle
12. 18.08.2005
Rolle - Commugny
14. 20.08.2005
Beaumont (F) - Frangy
15. 21.08.2005
Frangy - Serrières
16. 22.08.2005
Serrières - Yenne
17. 23.08.2005
Yenne - Le Verrou

 

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59. Logroño - Azofra

Bodegas in La Rioja Dienstag, 04. Oktober 2005

38 km / 8.5 h
Logroño – Navarrete – Ventosa – Najera - Azofra
Es ist noch dunkel als ich die Pilgerunterkunft verlasse und gleich um die Ecke in einer finsteren Bar Zmorgen essen gehe. Die Bar ist voll von vielen jungen, etwas schmudelig gekleideten Leuten. Plötzlich verlassen alle das Lokal und setzen sich auf diverse Anhänger, die von Traktoren gezogen werden. In Rioja ist Leset! Das Zmorge ist etwas spärlich, so dass ich nach zwanzig Minuten ausgangs Stadt gleich noch einmal frühstücken gehe. Nun aber vorwärts. Oft alleine, manchmal mit anderen Pilgern wandere ich durch einen wunderbaren Park mit kleinem Stausee, einem Erholungsgebiet für die heimische Bevölkerung. Hier sitzt ein alter Mann mit grauen, langen Haaren und Bart, so wie man sich Jakobus persönlich vorstellen würde. Viele Pilger reihen sich um seinen Holztisch. Der Mann verteilt mit viel Freude Stempel, Äpfel und Nüsse. Ab hier wandere ich fast die ganze Zeit mit Franzosen durch viele, gigantisch viele Rebberge so weit das Auge reicht. Irgendwo muss ja der viele Wein her kommen. In Navarrete kaufe ich Picknick und wandere mit einem Deutschen etwas zügiger weiter. Dieser möchte aber nur bis Ventosa, also marschierte ich alleine weiter. Nach einem Picknickrast mitten in Rebbergen und belästigt von vielen Fliegen erreiche ich mein Ziel Nájera. Irgendwie verpasse ich hier die Pilgerunterkunft und ich müsste etwa einen halben Kilometer retour. Da beschliesse ich noch sechs Kilometer weiter zu gehen bis Azofra. Dafür habe ich dann morgen eine sehr kurze Etappe. Ausgangs Azofra rechts ist die neue Herberge. Von aussen sieht sie wie ein Schulhaus aus. Innen sind sehr viele kleine, herzige Zweibett Zimmerchen. Weil ich wegen der langen Etappe etwas spät bin, erhalte ich vielleicht alleine so ein Zimmer. Nach mir treffen aber noch sehr viele ein, und so teile ich es halt mit einem fremden Mann. Die mehrheitlich jungen Pilger picknicken fast alle auf dem Hof vor der Herberge. Nur wenige essen im nahe gelegenen Restaurant ein Pilgermenü. Für acht Euro ein Dreigangmenü mit Wein, da kann man nichts sagen. Der im Preis in begriffene Wein ist aber nichts besonders, nicht einmal ein Rioja, obwohl wir hier immer noch in diesem Weingebiet sind. Für einen Aufpreis von 5 Euro bestelle ich einen Rioja crianza.
Heute war ein schöner Tag, ich bin von den 38 km sicher über 30 km durch Rebberge gewandert. Von hier sind es noch genau 600 km bis Santiago, 1550 km liegen hinter mir, wau! Ich bin glücklich und ein bisschen stolz!