Etappen

23. 29.08.2005
Le Tracol - Tence

 

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39. Cahors - Montcuq

einsamer Weg Mittwoch, 14. September 2005

31 km / 8 h
Cahors - Labastide Marnhac – Lascabanes – Montcuq
Am Morgen bei Aufstehen erklärt mir Patrick, das er von der gestrigen Etappe noch müde sei und einen Ruhetag einlegen möchte. Er dreht sich noch einmal und schläft weiter. Also wandere ich heute nach eineinhalb Etappen wieder alleine weiter. Das Morgenessen in der Küche ist nicht gerade berauschend. Auf einem Zettel steht, dass alles im Kühlschrank sei. Der Kaffee oder besser das Scheifsteinwasser, so dünn ist diese Brühe, ist in einem Plastikkrug und soll im Mikrowellen erhitzt werden, iggit! Noch vor 8 Uhr starte ich und suche unbedingt einen Laden um Picknick zu kaufen. Gemäss meinem Bruder gibt es auf der über 30 km langen Etappe bis Montcuq keine Einkaufsmöglichkeit! Aber alles öffnet hier erst um 9 Uhr oder später. Schliesslich kaufe ich ein grosses Schinken – Käsesandwich und 2 Flaschen Badoit in einer Bäckerei. Der Weg führt nun über die berühmte Brücke Pont Valentré über den Lot zur Stadt hinaus. Wie erwartet steigt der Weg nun steil ein paar Hundert Meter hoch und noch einen letzten wehmütigen Blick zurück auf den Lot hinunter. Dieser Fluss, der mich über eine Woche begleitete und den ich mehrmals überquerte, verlasse ich nun endgültig. Auf der Anhöhe wird der Weg flacher und führt durch wild romantische, einsame Gegenden. Das Sandwich und das Wasser habe ich bald schon gegessen. Nach 22 km bei Lascabanes kann ich in der Gîte Perrier, Guetzli und einen Apfel kaufen und essen. Ich wandere noch zwei Stunden weiter, bis ich müde und etwas matt von der grossen Hitze die Gîte d’Etape le Souleillou eingangs Montcuq erreiche. In dieser Herberge sind bestimmt etwa 20 Pilger und trotzdem bin ich im Dortoir, in Deutsch Schlafsaal, ganz alleine! Wahrscheinlich haben alle die teurere Variante Doppel- und Einzelzimmer gebucht.
Das hier ist eine perfekte Gîte! Sehr sauber, vorzügliches Essen und einen wirklich feinen Rotwein aus Karaffen. Die Stimmung ist toll hier, wenn auch ausschliesslich Franzosen und Kanadier aus Quebec hier sind. Nach Dessert und Kaffee erhalte ich und auch andere Pilger von der Herbergsmutter eine wohltuende Fussmassage!