Etappen

23. 29.08.2005
Le Tracol - Tence

 

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76. Ferreiros - Palas de Rei

Portomarin Freitag, 21. Oktober 2005

35 km / 7.5 h
Ferreiros – Portomarin - Hospital da Cruz – Airexe - Palas de Rei
Kurz vor acht Uhr verlassen wir, Ewald, Joe und ich die Herberge und spazieren mit dem Gepäck zum entfernteren Restaurant hinunter und wollen, wie mit der Serviertochter vereinbart, Zmorge essen. Alles ist noch dunkel hier. Wir warten geduldig zehn Minuten, zwanzig Minuten, immer noch alles dunkel. Wir klingeln und rufen ab und zu, aber niemand ist hier. Etwas entnervt beschliessen wir weiter zu gehen und zwar vorwärts und nicht wieder den ganzen Hügel hinauf zum anderen Restaurant bei der Herberge. Weil Ewald und ich schneller sind, marschiert Joe hinter uns her. Wir verabreden uns am Abend wieder in Palas de Rei. Der Weg führt durch wunderschöne, grüne, hügelige Landschaften, viele saftige Wiesen, ab und zu Wälder mit dünnen, hohen Bäumen. Nach neun Kilometern erreichen wir hungrig Portomarin. Der alte Ort ist im Stausee geflutet und geopfert worden, so wie einst das Dorf in der Göscheneralp. Weil der gestaute Fluss Rio Miño zur Zeit sehr wenig Wasser hat, kann man noch deutlich Grundmauern von Häusern erkennen. Wir überqueren den Fluss über die markante, hohe und lange Brücke zum neuen Ortsteil. Nun möchten wir endlich Frühstücken, und steigen die Treppe hoch und rechts in die „neue“ Altstadt. Hier oben steht die gerettete alte Kirche. Sie wurde vor dem Bau des Staudammes Stein für Stein abgetragen und hier oben genau gleich wieder aufgebaut. Zum Zmorge essen wir ausser Toastbrot zusätzlich noch eine Tafel Schokolade. Etwa eine Stunde später verlassen wir Portomarin und wandern die Strasse hinunter. Am Ende der schmalen und hohen Fussgängerbrücke sehen wir gerade Joe verschwinden. Wir folgen ihm auch über diese Brücke und überholen ihn schon bald wieder. Nun führt der Weg mehrheitlich bergauf bei wechselhaftem Wetter. Meistens ist es trocken, ab und zu Nieselregen. Der Weg führt teilweise neben der Strasse und an einer stinkenden Geflügelfarm vorbei, da vergeht einem der Appetit! Wir kommen gut voran und treffen beim Steinkreuz kurz vor Ligonde zwei Brasilianerinnen. Nach einem kleinen Schwatz wandern Ewald und ich weiter durch die ländliche Gegend mit vielen kleinen Ortschaften. Etwa zwei, drei Kilometer vor unserem Etappenziel überholen wir eine grössere spanische Pilgergruppe. Weil sehr viele unterwegs sind, und fast alle weniger weit gehen als wir, beeilen wir uns, dass wir sicher einen Platz in der Unterkunft haben. Über einen flachen Hügel erreichen wir Palas de Rei. Die neu restaurierte Herberge ist geräumig und bietet genug Platz für uns alle. Selbst Joe, der erst gut zwei Stunden nach uns eintrifft, erhält noch ein Bett. Inzwischen haben wir bereits ein Bier getrunken, und ich habe die Unterkunft in Santiago reserviert! In zwei Tagen sind wir dort, unglaublich! Zum Nachtessen suchen wir, Joe, Ewald und ich mit noch ein paar anderen Pilgern ein heimeliges Lokal. Wie schon gewohnt bestellen wir zum Pilgermenü einen besseren Rotwein.