Etappen

31. 06.09.2005
Nasbinals - Espalion
32. 07.09.2005
Espalion - Golinhac
33. 08.09.2005
Golinhac - Conques
37. 12.09.2005
Cajarc - Varaire
38. 13.09.2005
Varaire - Cahors
39. 14.09.2005
Cahors - Montcuq
40. 15.09.2005
Montcuq - Saint Martin

 

PDF File diese Seite
PDF File ganzes Dokument

73. Ponferrada - Vega de Valcarce

Villafranca del Bierzo Dienstag, 18. Oktober 2005

40 km / 8 h
Ponferrada – Cacabelos - Villafranca del Bierzo – Perejo - Vega de Valcarce
Heute starten Ewald und ich noch bei Dunkelheit und verabschieden uns von Natalie, wünschen ihr gute Besserung und trotzdem buen camino. In einer Bar trinken wir Café Ewald con leche und ich wie immer solo. Dazu gibt es süsses Gebäck. Wir marschieren der Markierung nach kreuz und quer durch Ponferrada und verlassen die Stadt Richtung Westen. Wir befinden uns im fruchtbaren Gebiet Bierzo. Aus dieser Gegend stammt auch der gehaltvoller Rotwein Bierzo. Gemütlich und schwatzend wandern wir durch die flache Gegend und erreichen nach gut drei Stunden ohne Halt Cacabelos. Vor Pieros auf der Asphaltstrasse beginnt der Weg anzusteigen und nachher ist es für uns nicht klar, ob wir der Landstrasse weiter folgen sollen oder rechts auf einen Pfad abbiegen. Beim Erkundigen erhalten wir widersprüchliche Aussagen. Wir wählen den Weg rechts, weil er angenehmer ist, als die Asphaltstrasse. Um die Mittagszeit erreichen wir den bei den Jakobspilgern berühmten Ort Villafranca del Bierzo. Bei der ersten Kirche steigen wir ins Zentrum hinunter, dort möchten wir in einer Bar die Mittagsrast einlegen. Es hat zwar ein paar Bars hier, aber nirgends erhält man etwas zwischen die Zähne. Nach längerer Suche finden wir doch noch ein Lokal, wo wir ein Bocadillo erhalten.
Gestärkt und ausgeruht wandern wir unter der sonnigen Hitze weiter. Ausgangs Villafranca wählen wir die weniger strenge Variante neben der Strasse entlang und nicht den steilen Weg rechts über den Hügelzug. Wir wollen noch bis Vega de Valcarce und das ergibt 40 Kilometer für heute und das ist genug. Der gelb asphaltierte Weg verläuft unmittelbar neben der Landstrasse durch das enge Tal. Imposant sind die riesigen Viadukte der Autobahn über uns. In Trabadelo legen wir noch einen Trinkhalt ein. In Vega de Valcarce erreichen wir müde die private, brasilianische Herberge.
Die Herberge ist mit uns bis auf den letzten Platz gefüllt! Eine deutsche Reisegruppe belegt mit ihren riesigen Reisekoffern den ganzen Schlafraum. Sind das auch Pilger? Die Reisegruppe, etwa 50 Personen einer evangelischen Kirchgemeinde, ist aus Ostfriesland. Sie sind vor zwei Tagen in Ponferrada gestartet und pilgern zu Fuss in zwei Wochen bis Santiago. Für den Gepäcktransport haben sie einen grossen Reisebus dabei.
Der Brasilianer Herbergsleiter hat nicht schlecht gestaunt, wie weit Ewald und ich in einem Tag gekommen sind. Er kocht für die ganze Gesellschaft Salat und Spaghetti. In der Herberge gibt es drei verschiedene 7dl Rotweine zur Auswahl oder den beim Nachtessenspreis inbegriffenen Tischwein aus einer riesigen Kartonschachtel. Ewald und ich bestellen eine Flasche, während die deutsche Reisegruppe den Tischwein trinkt und eine Andacht veranstaltet. Jeder erzählt kurz, wie es ihm auf der heutigen Etappe so ergangen ist. Auch Ewald und ich erzählen, woher wir kommen und wie es uns so geht. Die Leute staunen nicht schlecht, als sie von meiner langen Reise aus der Schweiz hören. Zum Nachtessen bestellen Ewald und ich eine zweite, andere Flasche Wein. Etwas später möchten einige der Reisegruppe auch einen besseren Wein bestellen. Pech gehabt! Der Brasilianer hatte von diesen drei Sorten nur gerade je eine Flasche. Zwei davon haben Ewald und ich und eine der Herbergsleiter selber getrunken!