Etappen

50. 25.09.2005
Navarrenx - Aroue

 

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71. Hospital de Orbigo - Rabanal del Camino

Bischofspalast von Gaudi in Astorga Sonntag, 16. Oktober 2005

38 km / 8 h
Hospital de Orbigo - Santibañez de Valdeiglesias – Astorga - Santa Catalina de Somoza - Rabanal del Camino
Heute ist Sonntag, wie immer, ein besonderer Tag. Sehr früh, es ist noch stockdunkel, starten wir für einmal zu Viert auf die heutige Etappe, und wie fast immer in Spanien, ohne Zmorge. Die geborene Irin, Natalie wohnhaft in Australien, dann Meike aus Deutschland ist eine Tierärztin und Mutter von vier Kindern, Ewald und meine Wenigkeit tappen im Dunkeln den Weg entlang. Heute regnet es nicht, der Sternenhimmel ist sogar sichtbar. An einer Weggabelung müssen wir den gelben Pfeil mit Taschenlampen längere Zeit suchen. Hier entscheiden wir uns für den etwas längeren, aber schöneren Weg rechts. Das geteerte Strässchen ist voll von Schlaglöchern, gefüllt mit Regenwasser, man muss höllisch aufpassen, dass man da nicht einen Schuh voll raus zieht! In Santibañez de Valdeiglesias, welch wohlklingenden Name, ist um diese Zeit natürlich alles noch geschlossen, alles schläft noch, somit müssen wir noch immer auf einen Kaffee verzichten. Langsam wird es heller und der wunderschöne Weg wird sichtbar. Wir wandern über einen Hügel hoch über Wiesen und an Feldern vorbei. Nach gut zwei Stunden können wir in der Ferne unten den berühmten Ort Astorga erkennen. Wir wandern abwärts und erreichen nach 14 Kilometern den Ort San Justo de la Vega. Endlich finden wir ein offenes Restaurant und bestellen dort Kaffee, viel Mineral und ein riesiges Bocadillo. Bis nach Astorga ist es nicht mehr weit. Auf dem Platz im Ortszentrum steht die dominante, grosse Kathedrale Santa Maria und daneben der Bischofspalast von Gaudi. Im Bischofspalast befindet sich das Museo de los Caminos mit interessanten Ausstellungsstücken vom Jakobsweg. Während die beiden Frauen Natalie und Meike die Kirche besuchen wollen und möglicherweise hier in die Herberge gehen, beschliessen Ewald und ich weiter zu wandern, mit dem Ziel Rabanal del Camino, das heisst noch 20 Kilometer! Das Wetter ist nun hervorragend, blauer Himmel, recht viel Sonnenschein und daher warm.
Wir verlassen Astorga und betreten die nicht sehr fruchtbare Region Maragateria. In der nächsten Bar trinken wir je einen Liter Mineral. Der Weg zieht sich nun in die Länge. Neben der Asphaltstrasse hat man die Wahl zwischen dem steinigen Römerweg oder der neuen Piste (Naturstrasse), welche alle drei parallel verlaufen. Nach Santa Catalina steigt der Weg leicht an bis nach El Ganso. Schon etwas müde und wieder durstig rasten wir in einer Bar und trinken nochmals Mineralwasser. Nun führt der Weg neben der Strasse ab und zu durch einen Wald oder am Waldrand entlang und wird zusehends steiler. Müde aber glücklich erreichen wir um vier Uhr die private Herberge Refugio Pilar im linken Dorfteil von Rabanal del Camino auf 1160 Metern.
Vor der Herberge warten ein paar Radpilger, die erst nach fünf Uhr einen Platz erhalten, falls es noch freie hat. Diese Herberge ist wirklich empfehlenswert. Im gemütlich eingerichteten Innenhof steht eine Bar und wenn es kalt ist, zum Beispiel am Morgen früh, kann man sich im Aufenthalt am heimeligen Chemine erwärmen. Nach der Dusche ist ein kühles Bier von der Bar eine Wohltat. Weil es zahlreiche Pilger hat, gibt es interessante Gespräche. Zum Nachtessen besuchen Ewald und ich ein Restaurant im oberen Dorfteil bei der Kirche. Die vielen Pilger aus allen drei Herbergen belegen praktisch das ganze Lokal.