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66. Fromista - Calzadilla de la Cueza

14 km schnurgerade Römerstrasse Dienstag, 11. Oktober 2005

36 km / 7 h
Fromista - Poblacion de Campos - Villalcazar de Sirga - Carrion de los Condes - Calzadilla de la Cueza
Nach dem spanischen Zmorge in der Herberge verabschiede ich mich von meiner Tochter Claudia und deren Freund David. Sie fahren mit dem Bus nach Léon weiter. Ich starte auf eine flache Etappe, und zwischendurch gibt es immer wieder ein paar Regentropfen. Weil es kühl ist, ziehe ich immer wieder die Regenjacke an. Der Weg ist langweilig, schnurgerade neben der Landstrasse. Nach 14 Kilometern erreiche ich Villalcazar de Sirga. Dort esse ich in einer Bar ein Bocadillo mit Käse und trinke eineinhalb Liter Mineral. Noch 6 Kilometer und ich bin in Carrion de los Condes. In einem Restaurant geselle ich mich zu einem anderen Pilger und esse Tortilla mit Jamon. Nach dieser Mittagsrast starte ich auf das 17 Kilometer lange Stück ohne Wasser und ohne Häuser. Die ersten drei Kilometer lege ich auf einer Asphaltstrasse zurück. Ich bin ganz alleine unterwegs. Am Ende dieser Strasse mündet der Jakobsweg in eine steinige Piste, eine ehemalige Römerstrasse ein. Diese verläuft 14 Kilometer, flach und schnurgerade. Zum Glück ist die Temperatur angenehm. Ich marschiere relativ schnell, um die Strecke möglichst rasch hinter mir zu haben und beschliesse lange nicht auf die Uhr zu schauen. Ich rechne mit etwa zweieinhalb Stunden! Nach sehr langer Zeit, so ist es mir jedenfalls vorgekommen, stelle ich fest, dass ich erst eine Viertelstunde vorbei habe. Es ist langweilig, was soll ich denken? Ich lasse meinen Gedanken einfach freien Lauf, so wie einer, der ohne bestimmtes Ziel einfach im Internet rumklickt. Es wirkt jedenfalls sehr befreiend, ohne Druck, genial. Nach einer Stunde treffe ich plötzlich die drei bekannten Franzosen Alain, Geneviève und Nadine wieder. Sie rasten am Wegrand. Nach einem kurzen Wortwechsel und einem „bonne route“ ziehe ich weiter.
Der Römerweg besteht aus unförmigen, jedoch von den vielen Jahrhunderten abgerundeten Steinen. Ich spüre die Steine unter meinen Füssen, weil die Sohlen von meinen Wanderschuhen dünner geworden sind. Ich hoffe, dass die Schuhe bis Santiago halten! Plötzlich stehe ich am Dorfeingang von Calzadilla de la Cueza. Direkt links steht die Herberge! Ich hab’s geschafft, die lange Gerade! In der Herberge hat es sogar einen Pool. Das Wetter ist leider zu kalt, also begnüge ich mich mit einer Dusche. In der Herberge sind zahlreiche andere Pilger. John aus New York leert den ganzen Automaten vor der Herberge, welcher mit Bierdosen gefüllt ist. Er verteilt sie allen unter den Pilgern und sagt, wir müssen feiern!