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52. Ostabat Asme - St. Jean Pied de Port

St. Jean Pied de Port Dienstag, 27. September 2005

20 km / 4.5 h
Ostabat Asme – Gamarthe - St. Jean le Vieux - St. Jean Pied de Port
Gut motiviert, wie fast immer, aber heute ganz besonders, weil ich wieder einmal eine kurze Strecke vor mir habe, starte ich auf die letzte Frankreichetappe. Was! Den letzten Tag in Frankreich! Unglaublich, über 1000 km Frankreich liegen hinter mir! Einerseits freue ich mich auf Spanien, aber es hat mir in Frankreich so gut gefallen. Wie wird es wohl auf der anderen Seite der Pyrenäen?
Bei Sonnenschein marschiere ich zielstrebig meistens auf schmalen Asphaltstrassen, jedoch abseits vom grossen Verkehr dem heutigen Ziel entgegen. In St. Jean le Vieux, etwa 5 km vorher trinke ich in einem Strassencafé einen halben Liter Mineral. Nun ziehe ich wie ein Feldherr auf einem Siegeszug St. Jean Pierre de Port entgegen. Beim Stadttor in die schmucke Altstadt halte ich kurz an, schliesse meine Augen und lasse ganz Frankreich in kurzer Zeit Revue passieren. Tief durchatmen und voller innerer Freude spaziere ich das malerische Gässchen hinunter. Auf halbem Weg finde ich ein kleines, gemütliches Beizli zum Mittagessen. Ich bestelle das Pilgermenü mit einer Karaffe Rotwein.
Frisch gestärkt suche ich die vorreservierte Unterkunft Gîte Sous le chemin de l’Etoile. Die grosse, etwas schmuddelige Herberge ist fast ausgebucht. Starten die alle morgen über die Pyrenäen? Das wird eine schöne Völkerwanderung! Nach Bezug des Zimmers, duschen und waschen besichtige ich erst einmal gemütlich das sehr touristische Städtchen. Viele Hotel, Restaurants und Souvenirläden wechseln sich ab. Etwas abgelegen ist die Post, wo ich ein Päckli mit nicht mehr benötigten Karten und Outdoor von Frankreich und ein paar baskische Andenken nach Hause sende. Auch der immer noch ungeöffnete Flachmann Armagnac sende ich mit. Um etwa 16 Uhr besuche ich das Pilgerbüro einerseits für einen Stempel, aber auch um eine Liste der spanischen Herbergen zu erhalten. Diese ist sehr empfehlenswert! Vor und im Pilgerbüro warten bestimmt über 30 Pilger, im Gegensatz zu Le Puy ist die ganze Welt vertreten, nebst Franzosen und Spanier hat es Amerikaner, Japaner, Brasilianer, Dänen, Deutsche, Polen, Kanadier, Österreicher und zu mindest einen Schweizer! Am Abend nach einem baskischen Bier tafle ich fürstlich in einem feinen, aber etwas teuren Restaurant und feiere den zweiten, grossen Abschnitt. Die Via Podiensis ist geschafft! In der Unterkunft fällt es mir schwer einzuschlafen, immer wieder sind meine Gedanken bei den vergangenen Etappen. Dazwischen stelle ich mir aber auch die Zukunft in Spanien vor.