Etappen

77. 22.10.2005
Palas de Rei - Arzua

 

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30. Aumont Aubrac - Nasbinals

Weg im Aubrac Montag, 05. September 2005

27 km / 8 h
Aumont Aubrac – Finieyrols – Rieutort – Montgros - Nasbinals
Wie immer starte etwa um 8 Uhr gestärkt durch ein kräftiges Frühstück. Zuerst führt der Weg hinunter und unter einer Schnellstrasse durch. Ein paar hundert Meter vor mir sind drei Pilger auch sehr zügig unterwegs. Das Strässchen wird immer dünner, schliesslich wird es zu einem dünnen Pfad. Die Landschaft ist hügelig, viel Weideland, aber auch mit Büschen und kleineren Bäumen umsäumt. Der Weg wird immer schöner und einsamer. In diesem Teil verläuft der Jakobsweg gemeinsam mit einem anderen Wanderweg. Die Markierung ist gelb-rot und nicht wie üblich weiss-rot. Mittlerweile sind die drei vor mir verschwunden. Ganz alleine wandere ich durch ein Tal, dann wieder etwas hoch an einem Hof vorbei. Es ist wirklich schön wild hier, aber es sieht so überall gleich aus, die karge Landschaft von Aubrac. Das Wetter auf der über 1200 Meter hohen Hochebene ist nun angenehm, nicht mehr so heiss wie die letzten Tage. Nach gut zwei Stunden erreiche ich einen Weiler von etwa 10 Häuser. Der Name auf dem Ortsschild sagt mir so nichts, dass ich auf der Wanderkarte einmal suche, wo ich überhaupt bin? Es dauert eine ganze Weile, bis ich den Ort finde. Oh Schreck, das ist ja total in der falschen Richtung, viel zu weit nördlich! Die Nachfrage bei einem Einwohner hier bestätigt meine Befürchtung! Nun habe ich zwei Möglichkeiten, entweder alles wieder zurück bis fast Aumont Aubrac oder dann etwa 10 km asphaltierte Landstrasse bis kurz vor Finieyrols. Ich wähle die Landstrasse. Nun marschiere ich als wäre ich von einem Stachel getroffen, in rekordverdächtigem Tempo zum Jakobsweg zurück, um die Angelegenheit so rasch wie möglich zu korrigieren! In der Mittagszeit treffe ich tatsächlich wieder auf den richtigen Weg, das beruhigt mich unheimlich. Nach einer Rast am Brunnen in Finieyrols wandere ich weiter. Die Landschaft wird immer karger, nur noch Weideland und Steine, keine Bäume mehr. Es sieht hier aus wie in der Schweiz auf etwa 2500 Metern! Müde vom langen Umweg (etwa 36 statt 27 km!) erreiche ich das Ziel Nasbinals doch noch. Unterwegs war ich immer einsam und alleine, hier in der Herberge treffe ich aber wieder viele Pilger, die bereits mit mir in Aumont Aubrac waren. Das Nachtessen nehme ich im grossen, vollbesetzten Speisesaal im 1. Stock des Restaurants hinter der Kirche ein. Das Essen schmeckt vorzüglich, ein gutes Stück Fleisch von einem Aubrac Rind begleitet mit Aligot (eine nahrhafte Aubrac Spezialität, Kartoffelstock mit Käse) und natürlich eine wohlverdiente Flasche Rotwein.