Etappen

77. 22.10.2005
Palas de Rei - Arzua

 

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64. Burgos - Hontanas

Meseta Sonntag, 09. Oktober 2005

32 km / 8 h
Burgos – Tardajos - Rabe de las Calzadas - Hornillos del Camino - Hontanas
Um acht Uhr verabschieden wir uns von der Pension, frühstücken in einer Bar ausgangs Burgos und wandern weiter. Für Claudia und David ist es natürlich die erste Etappe, und ich passe mein Tempo ihnen an. Mal sehen, wie weit wir kommen? Bis Hornillos del Camino? Weniger weit? Oder gar bis Hontanas? Schon bald lassen wir die Stadt hinter uns. Aus der Stadt ist bedeutend kürzer als vorgestern in die Stadt. Die Landschaft ist hier noch geprägt von Bäumen, ja sogar kleineren Wälder, aber schon bald Richtung Tardajos nimmt die Vegetation rasch ab. Es wird immer karger. Im Frühling soll es hier richtig grün sein, aber jetzt im Herbst ist alles karg, braun und eintönig. Die Meseta beginnt. Diese Hochebene ist nicht vergleichbar mit dem Aubrac. Während es im Aubrac wie in den Schweizer Alpen auf 2500 Metern ist, sieht es hier eher aus wie in einer Wüste. Es erinnert mich ans Death Valley, am Morgen nach einer klaren Nacht am Morgen früh eisig kalt und gegen Mittag brütend heiss. In Tardajos essen wir Tortillas und trinken Mineral, viel Mineral. Jetzt wandern wir weiter über einen leichten Hügel und treffen bereits in Hornillos del Camino ein. Hier essen wir je ein Bocadilla mit Schinken und trinken wieder viel Mineral. Nach einer Stunde Mittagsrast beschliessen wir noch weiter zu gehen. Die nächste Übernachtungsgelegenheit ist erst in 10 Kilometern, in Hontanas. Der steinige Weg führt uns etwas hoch auf eine Ebene, weit und breit nur braune Erde und Steine, keine Häuser, keine Bäume, keine Sträucher, einfach nichts! Da haben die beiden schon die extremste Strecke gewählt um mich zu begleiten, aber auch eine der Eindrücklichsten. Nach einer Stunde sehen wir plötzlich auf der linken Seite, etwa zwei bis dreihundert Meter entfernt eine Oase, San Bol. Hier befindet sich auch eine sehr einfache Pilgerherberge, ohne sanitarische Einrichtung, das heisst waschen im Teich. Diese Herberge ist gemäss Outdoor jeweils nur bis Ende September geöffnet. Claudia und David werden langsam müde. Kunststück nach bald 30 Kilometern! Wir sehen ein Schild, noch ein Kilometer bis Hontanas. Aber wo ist den dieser Ort? Nichts zu sehen! Noch 400 Meter und wir sehen immer noch kein einziges Haus. Doch plötzlich werden wir erlöst, in einer Senke direkt unter uns zu Füssen liegt das schmucke Dorf Hontanas. Sofort die Herberge beziehen, duschen und vor dem Eingang gemütlich ein wohlverdientes Bier trinken. Claudia und David können stolz sein auf ihre Leistung. Im Nahe gelegenen Restaurant essen wir ein Pilgermenü für 7.50 Euro und um acht Uhr gehen wir bereits todmüde in die Federn.