Etappen

 

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31. Nasbinals - Espalion

St. Côme d'Olt Dienstag, 06. September 2005

39 km / 9 h
Nasbinals – Aubrac - St. Chely d'Aubrac - St. Côme d'Olt – Espalion
Nach dem Zmorge in der Gîte wandere ich los, vorerst gemeinsam mit anderen Pilgern, dann aber ist mein Tempo für sie zu hoch, und ich bin alleine. Für heute habe ich eine lange Etappe geplant, etwa 33 km bis nach St. Côme d’Olt. Zuerst führt der Weg aber noch etwas hoch, über eine Krete, wo man sich etwas rechts halten muss. Die Markierung ist nicht so gut, jedoch die Karten geben mir etwas Sicherheit. Nach der gestrigen Etappe bin ich etwas vorsichtiger und wachsamer geworden! Das Wetter ist sehr kalt, ein arktischer Wind bläst auf dieser Hochebene, eine unwirtliche Gegend. Doch schon bald erreiche ich den Ort Aubrac. Von hier erfolgt ein Abstieg von 900 Höhenmetern, jedoch verteilt auf über 20 km Länge. Weil es so kalt ist, beschliesse ich möglichst rasch weiter zu gehen. Um die Mittagszeit erreiche ich den Ort St. Chely d'Aubrac. Ein Mittagspicknick und dann weiter, noch 16 km bis zum Ziel. Ziemlich müde erreiche ich schliesslich das Städtchen St. Côme d’Olt am Fluss Lot. Durstig trinke ich in einem Strassenkaffee ein Bier. Nun sehe ich eine grosse Pilgergruppe in die Gîte eintreten. Da hat es sicher keinen Platz mehr für mich. Ich beschliesse noch bis Espalion etwa 6 km weiter zu gehen. Dort hat es zwei Gîtes, und morgen habe ich dafür eine kürzere Etappe. Gedacht, getan, also wandere ich auf der Strasse dem Lot entlang. Ungefähr in der Hälfte beginnt es plötzlich zu regnen, und wie, es giesst wie aus Kübeln. Ich rette mich bei einem Haus unters Vordach. Das ist sicher nur ein Gewitter und wird sicher bald vorbei sein. Nach einer halben Stunde, der Himmel ist immer noch schwarz, es scheint doch noch länger zu regnen, ziehe ich die Regenklamotten an und gehe weiter. Die Strassen sind mittlerweile zu reissenden Bächen geworden, und meine Füsse pflotschnass! Durchnässt erreiche ich eine der Gîtes in Espalion. Alles belegt, in beiden Gîtes, das gibt es doch nicht! Bei diesem Hudelwetter schickt man keinen Hund nach draussen. Netterweise empfiehlt mir die Empfangsdame das Hotel Moderne. Als husche ich durch die paar Gassen und über die Brücke bis zum Hotel. Dort habe ich die Wahl zwischen einem Einzelzimmer für 43 Euro mit Bad im neuen Trakt oder einem für 15 Euro mit Etagenbad im alten Trakt. Als echter Pilger entscheide ich mich für das billigere. Sicherheitshalber reserviere ich im gediegenen Restaurant unten einen Tisch und für morgen Abend in Golinhac, sowie übermorgen in Conques die Unterkunft. Das Restaurant im Hotel ist prall voll und das Essen wirklich super. Ein paar tropfnasse Pilger, die soeben eingetreten sind, haben leider keinen Platz mehr und müssen bei diesem Hudelwetter eine andere Beiz suchen. Diesmal habe ich Glück gehabt. Nach dem excellenten Essen und der nach dieser Mammutetappe wohlverdienten Flasche Bordeaux geniesse ich doch die Ruhe in meinem Einzelzimmer.