Etappen

 

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33. Golinhac - Conques

Conques Donnerstag, 08. September 2005

21 km / 5 h
Golinhac – Espeyrac – Senergues - Conques
Sehr motiviert starte ich heute zur kurzen Etappe zum Pilgerort Conques, ein weiterer Höhepunkt auf dem Jakobsweg. Conques heisst Muschel, und dieses Kleinod liegt wie eine Perle in einem muschelähnlichen stark bewaldeten Tal.
Der Weg, teilweise asphaltiert, führt zuerst hoch, dann relativ eben und später bergab. Nach der Ortschaft Senergues verläuft der Weg parallel zu einer Strasse, dann später auf einer Asphaltstrasse. Plötzlich zeigt ein Schild links zu einem sehr steilen Pfad den Wald hinunter. Es ist eher ein Bachbett mit grossen Schottersteinen, ungeeignet für Radpilger! Noch eine Viertelstunde bis Conques, aber wo ist dieser Ort? Weit und breit nur Wald! Ich wandere weiter bergab und siehe da, direkt vor mir steht der ganze Ort zu Füssen! Das schmucke Städtchen liegt am Hang weit im Tal unten, umgeben von grossen Wäldern, im Zentrum dominiert von der grossen und vor allem hohen Kirche. Hinter der Kirche befindet sich das grosse Gebäude der Abbay St. Foy mit der sehr empfehlenswerten Pilgerunterkunft. Weil diese erst um 2 Uhr öffnet, muss ich über eine Stunde warten. Der Empfang durch einen Bruder in weissem Gewand ist herzlich. Als erster betrete ich einen der grossen Schlafsäle. Diese sind überraschend gut eingerichtet, mit Tablar und vielen Steckdosen, um Handys und Fotoapparate aufzuladen. Nun habe ich schön viel Zeit, um Conques zu besichtigen. Es ist unbeschreiblich schön, hat aber viele Souvenirläden, Hotels und Restaurants, alles ist sehr teuer, so ähnlich wie in Venedig! In den Gassen, in der Kirche und auf den Plätzen vor und unterhalb der Kirche hat es enorm viele Touristen. Nur wenige davon sind Fusspilger. Am späteren Nachmittag trinke ich in einer Gartenwirtschaft vor der Kirche gemütlich ein Glas Weisswein zum Apéro. Das Nachtessen im bis auf den letzten Platz gefüllten Speisesaal des Klosters ist ein Erlebnis. Zum Essen gibt es immer für je 4 Personen eine Karaffe Rotwein. Nachbestellen kann man nicht, glücklich ist, wer mit Frauen am Tisch sitzt! Nachher findet in der Kirche ein Gottesdienst statt. Das anschliessende Klavierkonzert ist schon legendär und bildet ein weiterer Höhepunkt. Etwa um halb zehn möchte ich noch einen Schlummerbecher trinken gehen, aber als ich die Kirche verlasse, sind alle Restaurants und Bars geschlossen. Nichts mehr los, rien ne va plus! Also gehe ich wieder einmal früh schlafen.