Etappen

 

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41. Saint Martin - Malause (Bouillan)

Kreuzgang in Moissac Freitag, 16. September 2005

25 km / 7 h
Saint Martin – Moissac – Boudou - Malause (Bouillan)
Gut motiviert stehe ich heute auf. Ich freue mich auf diese Etappe ganz besonders, denn noch vor dem Mittag werde ich im berühmten Moissac sein und am Nachmittag die Garonne sehen! Mit der Garonne kann ich mich wieder orientieren auf der Frankreichkarte. Das ist der Fluss, der nach Bordeaux fliesst. Ich bin fast in Bordeaux und das zu Fuss, unglaublich.
Auf einer Abkürzung über den Handyempfangs-Hügel und über Wiesen erreiche ich die Kirche St. Martin und somit wieder den eigentlichen Jakobsweg. Nun ist es nicht mehr weit bis Moissac. Zielstrebig marschiere ich ins Stadtzentrum zur Kathedrale. Eine Besichtigung der Kirche, aber auch das Museum mit dem weltberühmten Kreuzgang ist sehr empfehlenswert. Den Rucksack kann man am Eingang abgeben. Auch wegen des strahlenden Wetters erhalte ich gelungene Fotos. Ich geniesse die Zeit hier richtig. Am Mittag suche ich mir eines der zahlreichen Restaurants auf dem Platz vor der Kathedrale aus. Ich bestelle ein Pilgermenü mit einer Karaffe Rotwein. Nach dieser ausgiebigen Mittagspause starte ich gestärkt auf den Treidelweg zwischen einem Kanal und dem Tarn, der später in die Garonne mündet, entlang. Endlich einmal ein Stück flach und nicht immer hoch und runter.
Weil ich die Unterkunft aber etwas nördlich und abseits vom eigentlichen Weg reserviert habe, verlasse ich rechts den Treidelweg, überquere die Autostrasse. Die Variante auf dem Treidelweg etwa 10 km weiter bis Pommevic wäre bedeutend angenehmer gewesen. Nun aber steige ich auf dem originalen Jakobsweg bei brütender Hitze rechts auf den ebenen Hügelzug hoch. Dafür werde ich mit einer prächtigen Aussicht auf das weite Garonne Tal belohnt. Nach einer weiteren Zeit durch Obstplantagen stehe ich plötzlich vor einem Seitental. Der Weg führt schnurgerade etwa 200 Höhenmeter bis zum Talboden und gegenüber wieder schnurgerade hoch bis zur Ebene etwa 1 km entfernt. Leider fehlt hier eine Brücke. Eine Asphaltstrasse umfährt dieses Seitental wie am Rand eines Kraters. Ein Blick auf die Karte zeigt mir, diese Strasse ist viel zu weit, also beisse ich in den sauren Apfel und steige den Weg ins Tal hinunter und gegenüber wieder hoch. Nach etwa 40 Minuten bin ich gegenüber wieder oben angelangt. Nun wandere ich weiter bis ins Dorf Boudou. Nach einem kurzen Halt gehe ich zuerst in die falsche Richtung weiter. Doch schon bald merke ich den Lapsus, kehre um und finde dann hinter der Kirche etwas versteckt tatsächlich den richtigen Weg. Es folgt ein wunderschönes, wildes, ziemlich abgelegenes Waldstück. Hat es hier auch Schlangen? Im dichten Unterholz würde ich die ja gar nicht sehen. Ich bin sehr wachsam und stapfe mit den Füssen immer wieder kräftig auf den Boden, aber ich begegne nirgends einer Schlange. Nun erreiche ich oberhalb Malause die Abzweigung vom Wanderweg GRP Quercy, dem ich bis Bouillan bis zur Unterkunft abseits des GR65 folgen muss. Auch dieser Wanderweg ist gut ausgeschildert, und ich erreiche die Unterkunft Gîte privé Le Grenier du Levant um viertel vor fünf Uhr. Die Unterkunft und das Essen ist wirklich gut hier, da hat mir mein Bruder eine gute Unterkunft empfohlen. Heute fühle ich mich gar nicht so müde, vielleicht weil ich eine längere Mittagspause in Moissac einlegte.