Etappen

 

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44. Castelnau sur l'Auvignon - Seviac

Pilgerbrücke vor Montréal du Gers Montag, 19. September 2005

30 km / 7.5 h
Castelnau sur l'Auvignon – Condom – Montréal - Seviac
Bei kühlem, aber schönem Wetter starte ich zur 44. Etappe mit dem bisher einzigen Ruhetag in Le Puy eingerechnet. Nach kurzer Besichtigung des beschädigten Turmes (soll eine Sehenswürdigkeit sein) von Castelnau sur l'Auvignon, verläuft der Weg zuerst abwärts bis dorthin wo ich gestern von der Abkürzung her eingemündet bin. Nach etwa zwei Stunden erreiche ich Condom. Auch Montag ist in Frankreich ein spezieller Tag, denn da sind alle Geschäfte geschlossen, noch schlimmer als am Sonntag! Glücklicherweise finde ich nach langem Suchen links vor der Brücke eine Bäckerei. Ausser Brot habe ich zum Glück noch Käse und Salami. Nach einer Znüni Pause auf einem Bänkli am Fluss überquere ich diesen und wandere am Uferweg entlang. Leider verlässt der Weg nach kurzer Zeit den Fluss, und ich pilgere auf mehrheitlich auf Asphalsträsschen weiter. Auf halber Strecke bis Montréal du Gers picknicke ich unter einem Baum. Nun bin ich im malerischen Ort Montréal, natürlich nicht in Kanada! Die mit Blumen umsäumte Strasse führt mich auf den quadratischen Dorfplatz. Nun muss ich den Weg suchen, weil meine Unterkunft wieder einmal etwa 3 km abseits vom GR65 liegt. Nach zwei missglückten Anläufen frage ich in einem Armagnac Weinkeller nach der Route nach Séviac. Inzwischen ist es wieder einmal heiss geworden, und ich schwitze die Asphaltstrasse nach Séviac hoch. Nach dreiviertel Stunden finde ich die Unterkunft Chambre et Table d’Hôte La Ferme du Soleil.
Séviac ist berühmt für römische Ausgrabungen. Die Besichtigung ist allerdings unter der Woche ab 16 Uhr nicht mehr möglich. Im Dortoir, in Deutsch Schlafsaal bin ich wieder einmal der Einzige. Nur im Doppelzimmer ist noch ein Velofahrer Paar. Nach der täglichen Dusche und mit frischen Kleidern erhalte ich die letzte Dose Bier des Hauses. Wie lange liegt die schon hier? Sie ist schmutzig und das Bier seit 6 Monaten abgelaufen! Wenigstens das Glas ist sauber, und das Bier schäumt noch, wird also nicht so schlimm sein. Hoffentlich ist das Essen dann frischer, ich habe nämlich wieder einen Bärenhunger.
Das Nachtessen schmeckt ausgezeichnet. Zum Apéro gibt es Pousse-Rapière. Das ist Schaumwein mit Armagnac. Nachher eine kräftige Suppe, Salat vom eigenen Garten, ein Eintopfgericht zum Hauptgang, selbstverständlich Käse und zum Dessert Profiterol. Zum Trinken Weisswein, Rosé, und wir sind ja hier immer noch im Gebiet, somit Kaffee mit Armagnac.