Etappen

 

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62. Villafranca Montes de Oca - Burgos

Römerweg nach Atapuerca Freitag, 07. Oktober 2005

36 km / 8.5 h
Villafranca Montes de Oca - San Juan de Ortega – Atapuerca - Burgos
Obwohl draussen die ganze Nacht hunderte von Lastenzügen vorbei donnerten, konnte ich eigentlich noch recht gut schlafen. Das Zmorge und heutige Zmittag habe ich gestern im Lebensmittellädeli hier gekauft. Somit starte ich nach dem Frühstück auf die lange Etappe. Zuerst führt ein Pfad bergauf bis auf die Hügel Montes Oca über einen Pass. Es ist seit langem wieder einmal stark bewaldet. Ich wandere teilweise mit einem Dänen zusammen, dann wieder alleine bis nach San Juan de Ortega. Nach einem Trinkhalt marschiere ich weiter auf der Landstrasse und später Asphaltstrasse bis nach Atapuerca. In einer Bar trinke ich für einmal eine Cola, was eigentlich sehr unüblich ist. Normalerweise ziehe ich Wasser vor! Von hier führt ein alter und steiniger Römerweg bergauf auf eine Anhöhe. Etwas weiter sind mehrere kleine Asphaltstrassen die Richtung Burgos führen. Weil es heiss ist, suche ich ein schattiges Plätzchen für das Picknick am Strassenrand. Gestärkt wandere ich noch etwa zwei Stunden durch eine eher langweilige Landschaft bis zu den Vororten von Burgos. Nach der Autobahnunterführung verpasse ich den wohl viel schöneren und angenehmeren Weg am Fluss Arlanzón entlang. Über die Eisenbahnbrücke gelange ich zum Vorort Villafria. Ab hier folgt ein wirklich mühsames und unendlich langes Teilstück der breiten Strasse entlang vorbei an zig riesigen Autogaragen. Hier sind sämtliche Marken vertreten. Mehr als eineinhalb Stunden quäle ich mich mit letzter Kraft über das heisse Asphalt.
Endlich im Zentrum angelangt, trinke ich in einem Strassencafé einen Liter Mineral und dann noch ein Bier, bevor ich im Touristenbüro nach einem Zimmer in einer günstigen Pension nachfrage. Ich buche für zwei Nächte ein Einzel- und für Claudia mit ihrem Freund ein Doppelzimmer morgen für eine Nacht. Die Pension liegt nahe bei der Kathedrale, und das ist gut so, denn heute will ich nicht mehr so weit spazieren. Nach der Dusche besuche ich die imposante und wirklich eindrückliche Kathedrale von Burgos. Die Kirche ist ein riesiges Museum, vollgestopft mit Altären, Bilder, Skulpturen und Gegenständen. Sehenswert ist auch der zweistöckige Kreuzgang. Nun habe ich Hunger und suche ein kleines, feines Restaurant. Natürlich gibt es erst um neun Uhr Essen, so trinke ich einen trockenen Jerez und lasse die strenge Etappe noch einmal Revue passieren. Übrigens, vor genau zwei Monaten bin ich in Stans gestartet! Zum wirklich feinen Nachtessen trinke ich einen Ribera del Duero, der als einheimischen Wein von Burgos gilt. Nach einem Kaffee auf dem regen Plaza Mayor gehe ich heute etwas später als üblich in die Federn, schliesslich kann ich morgen wieder einmal ausschlafen.